Jahrgang 
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316 Rhabdomant fühlt aus dem Schooſe der Erde das edle Metall heraus; ſein Puls verändert ſich, Röthe glüht an Ohr und Wange; Unruhe befällt ihn, wenn ſein Fuß in die Nähe einer Erzader tritt. Ein Schatz von Liebe in einem ſchlagenden Herzen thut keine ſolche Wirkung, ſcheint's, nicht einmal auf einen Dichter. Gleich be⸗ ſinne dich, ob heut gegen Mittag dein Herz einmal hefti⸗ ger gepocht hat, und ich will mich überreden, es ſei gerade in meiner Nähe geweſen.

Was? Auch du warſt in Finsbury? rief William ſo aufrichtig verwundert, daß Thekla nun überzeugt war, er wiſſe nichts. Denn ſoweit kannte ſie ſchon den Freund, daß er, voll Schalkhaftigkeit im Leben, doch in der Liebe der ehrlichſte Kerl war.

Ja, weiche du nur aus! fuhr ſie lächelnd fort. Laß lieber mich fragen: Ahnet dein Herz wirklich gar nichts?

Wo hätte ich Platz für Ahnungen! verſetzte ſtolz der Freund. Die KöniginHoffnung mit ihrem Säckel⸗ meiſterGlück iſt in dieſem Herzen eingekehrt, und nimmt alle Kammern und Gemächer ein; wo hüätte ich noch ein Nachtquartier für eine ärmliche Wahrſagerin, für eine ſchelmiſche Speculatrix, wie deineAhnung iſt.

Bei dieſen letzten Worten ſah Thekla den Freund betroffen und mistrauiſch an, und entwand ſich ſeinen Armen.

Nun? Befremdet dich das Wort Speculatrix? fragte William. Haſt du nie von dem Beſchwörer Gladwell gehört, der hier in London durch eine Seherin, oder Speculatrix, gläubige Fragen aus einem Kryſtall weiſſa⸗ gend beantworten ließ? Doch nein! das war vor deiner