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345 heit ihre Geſinnungen wegen einer künftigen Verbindung zu erforſchen. Dieſe Erwartung war ihm nicht theurer, als des Freundes Anliegen; aber ſie war viel ungeduldi⸗ ger, ſie war von Empfindungen bedient, die dem über⸗ legenden Verſtande immer vorſprangen. William über⸗ redete ſich endlich, es ſei beſſer, den Beſuch Roſaliens, den er nach Tiſche hatte machen wollen, auf morgen früh zu verſchieben, wo er ſie auch ſicherer treffen würde; denn vielleicht wäre ſie aus Finsbury gar nicht nach Hauſe ge⸗ kehrt.— So ging er gegen Abend nach Southwark hinüber
Mit einem Lächeln, das eine koſtbare Mittheilung vorausverräth, trat er bei Thekla ein, die ihn mit einiger Unruhe erwartete. Sie hatte nämlich William mit dem Grafen Arm in Arm in Finsbury geſehen, und war un— gewiß, ob auch William ſie bemerkt, oder ob ihn Sout⸗ hampton aufmerkſam auf ſie gemacht habe.— Was lächelſt du? fragte ſie verlegen, als der Freund ihre beiden Hände faßte und ſie mit ſeinen ſchwärmeriſchen Augen feſt anſah.
Sagt dir dein Herz nichts? fragte er dagegen.
Sie zweifelte nun nicht, er wiſſe etwas, oder ſei über Lasko beunruhigt, an deſſen Arme ſie in Finsbury ge⸗ wandelt war. Sie hielt es für das Beſte, ihm zuvor⸗ zukommen; was ſie ihm darüber erzählen wollte, fand dann auch mehr Glauben.
Was mir mein Herz ſagt? erwiderte ſie lächelnd. Was verlangſt du? Soll mein einfältig Mädchenherz ahnungsvoller ſein, als dein dichteriſches? Ich habe dich heut ſchon geſehen, war dir ganz nah, und du haſt nichts dabei empfunden, nichts davon wahrgenommen? Der
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