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den ich für weltklug halte; allein ich glaube, er hat fehl— gegriffen. Er mag Roſalien für ein Mädchen angeſehen haben, das man ſo kurz weg für ſich ſelbſt in Beſitz nehmen und durch ein neues Spiel über alte Liebe be⸗ ruhigen könne. Er ſcheint aber abgefahren zu ſein. Du, lieber William, haſt kein freies Herz mehr, mithin auch kein ſo leicht freiendes; ich ſetze dich keiner Verſuchung aus, und du greifſt es gewiß am beſten an. Du haſt tiefe Menſchenkenntniß und wirſt der Zauberin leicht ihre Kreiſe verwirren; dich täuſchen ihre Finten nicht. Sie aber kennen zu lernen, iſt für einen Dichter ſchon der Mühe werth. Willſt du meine ſtumme Angelegenheit mit Roſalien abmachen? Aber du mußt es gern thun!
Herzlich gern! Alles, was ich vermag! rief William. Und dieſer Auftrag iſt ja ſogar lockend.
Southampton war erfreut.— Es bedarf keiner wei⸗ tern Erklärungen, ſagte er. Du weißt nun, wie ich in der Sache fühle, wie ich davon denke, worauf es mir ankommt. Sag' ihr darüber, was du für gut hältſt. Frage nach ihrer Lage, nach ihren Wünſchen, nach ihren Bedürfniſſen. Kein Opfer ſoll mir zu groß ſein, das außer meiner Perſon liegt. Vieles in der Welt läßt ſich nicht wiederherſtellen, und doch muß man den Bruch ſtreicheln, um zu ſcheinen, daß man ihn heile. Du be⸗ ſchwerſt dich, Freund, über dein Theaterſpiel: ach, wenn man im Leben ſpielen muß, das iſt doch die bitterſte Komödie!
Sie ſtanden jetzt an der Foſtergaſſe, und der Graf lenkte nach Paternoſterrow hinab, um dem Freunde Ro⸗ ſaliens Wohnung zu zeigen. Er brachte ihn unter die


