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tung und Wahrheit,— jede an ihrem Platze, und keine für die andere genommen! Ja, wer Roſaliens Täuſchun⸗ gen mit Täuſchung hätte begegnen mögen—! Aber meine Neigung war urſprünglich zu ernſt, um es darauf ankommen zu lafſfen, wieviel die verheimlichte Wahrheit
ihres Lebens werth ſei.— Bei meiner Eliſabeth finde ich Roſaliens Talente freilich nicht; allein welch ein Glück liegt in der Treue, in der Durchſichtigkeit eines liebenden Herzens! Alſo eine Courtiſane, eine noble Nelke jene Roſalie?
fragte William. Ob jetzt, weiß ich nicht, erwiderte Southampton; aber ſie war es nicht, als wir uns fanden. Unſer innigſtes 1 Verhältniß dauerte nur wenige Tage. Ich glaube, damals war ſie eben nicht verächtlich; doch trieb mich ein innerer 4 Vorwurf zu Eliſabeth zurück. Laß uns gehen! Ich mag ihr nicht begegnen.
Sie gingen zurück. Nach einer Pauſe ſagte der Graf Du haſt tief in mein Herz geblickt, Freund. Ich habe mich an meiner Braut verſündigt und mich auf ewig bei Roſalien verſchuldet—.
Southampton brach ſchmerzlich bewegt ab, und ging eine Strecke ſtumm am Arme des Freundes. Endlich ſagte er: Ich muß ſchlechterdings dieſe mir peinigende An⸗ gelegenheit ins Reine bringen. Ich bin nämlich ohne alle Erklärung von Roſalien weggeblieben; Stillſchweigen ſchließt aber ein ſolches Verhältniß nicht ab; es muß zu einer Erklärung, zu einer Abfindung kommen. Ich we⸗ nigſtens habe bei einer ſolchen nicht rein verſoͤhnten Ange⸗ . legenheit keine Ruhe. Ich hatte mich Bacon anvertraut,


