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noch die beſte Geſinnung zutrauen wollte, ſo weiß ich zu ſehr, wohin einen Menſchen die Noth bringen kann. Und der Noth wirſt du in London nicht entgehen, und eben⸗ ſo wenig der Verworfenheit. Nein, du bleibſt hier! Sei du nun eine Thörin, die ihrem Haſſe folgt, oder eine Bettlerin, die der Verzweiflung entgegenrennt: ſo fodert Klugheit wie Liebe, dich zurückzuhalten, dich ein⸗ zuſperren.
Hiermit faßte er ſie, und zog ſie nach dem innern Gemach. Wie ſie ſeiner ſich zu erwehren rang, entſfiel ihr das Schmuckkäſtchen aus dem faltigen Gewande. Lasko erkannte es gleich, und hob es auf. Er hatte im Stillen für Fälle der Noth auf den Werth des Schmuckes ge rechnet, und gerieth bei dem Gedanken an deſſen Verluſt in wahre Wuth. Er ſchalt Thekla eine Diebin, und ließ ſich an, ihre Kleider nach weiter eingeſteckten Sachen zu durchſuchen. Aber Thekla wollte ſich nicht das zweite mal packen laſſen. Mit einer raſchen Wendung hatte ſie den Dolch aus dem Buſen gezogen, und ſchlug, ohne ſich lange zu einer blos drohenden Abwehr zu ſtellen, mit dem ſcharfen Stahl ſo heftig nach Lasko's Bruſt, daß ſie ihm, der zum Glücke ſich im Nu ſeitwärts wendete, das reichgeſtickte Sam metwamms bis tief herunter aufriß. Bei ſeiner zu kurzen Wendung war er im linken Sporn hängen geblieben und zu Boden getaumelt. Er ſchrie nach Hülfe, bang vor der Wuth des leidenſchaftlichen Mädchens. Der Diener ſprang herein.— Halte ſie, halte ſie! rief Lasko. Der Burſche ſchrak aber vor dem blitzenden Auge und gezückten Dolche Thekla's zurück. So entkam ſie die Treppe hinab aus dem Hauſe


