Jahrgang 
1
Einzelbild herunterladen

8

ſie ſo unerwartet zu verlieren! Und du wollteſt gehen P und mich der Gelegenheit berauben, an dir Einiges wie ver der gut zu machen, Thekla?

Thekla lachte laut auf. Herr von Lasko, ſagte ſie, du wenn Ihr keine andere Gnaden habt, als aus dem Beutel Ge Eurer Reue, ſo will ich nicht mit Euch Hungers ſterben der Nein, laßt mich lieber mit dem Reiſegeld wandern, das ich ich mir bei Euch erſpart habe, mit einer unerſchöpf, vo lichen Verachtung. Es iſt nicht die Erbſchaft meiner Schweſter: hätte die edle Seele ſolchen Schatz beſeſſen, ſie lebte noch. Der Haß hätte ſie erhalten können; ſie liebte er Euch, und ging zu Grund. Ich aber ſage Euch ſte Lebewohl. R

Du darfſt nicht! rief er aus, und hielt die Scheidende dei am Mantel zurück. Was füͤr Grillen ſind das? Habe fre ich deine Schweſter nicht gehalten, als ob uns ein Car 7 vo dinal getraut hätte? Was willſt du denn? War etwa ut deine Mutter getraut, als ſie von dem deutſchen Grafen ſi aus Welſchland entführt, Roſalien am Rhein und dich lg an der Moſel gebar? Laß es gut ſein! Ich habe für d dich zu ſorgen, ſelbſt auf deinen Undank hin. Und wenn i du auch mich nicht nöthig hätteſt, ich kann dich nicht laſſen, kann deinen Geſang, deine Erzählungen 2 deine Märchen und Erfindungen nicht entbehren, wunderbares Gemiſch du von deutſchem Vater und von italieniſcher Mutter, launenhaftes, farbenreiches Geſchöpf, das wie ein Regenbogen auf meiner dunkeln Zukunft d ſtrahlt! Wer ſoll mir den Bandello, den Boccaccio vor ¹

leſen? Ich will deine Träume, deine abergläubigen Ge ſchichten hören. Du ſollſt mir den Lebensquell deiner