5— „Hat uns der Vater denn nicht mehr lieb?“ fragte das kleine Maͤdchen.
„So lieb als je,“ verſicherte die Mutter, „aber es wuͤrde unſer Aller Ungluͤck, wohl gar unſer Tod ſein, wenn der Burgvogt uns eher zu ſehen bekaͤme, als der Vater frei iſt.“
Immer geſpannter wurde Hernandez, im⸗ mer naͤher ſchlich er herzu, denn was er hier bisher vernommen hatte, war weit entfernt ſeine Neugierde zu befriedigen, ſondern konnte im Gegentheil nur dazu dienen ſie noch hoͤher zu ſpannen, ihn in ein Meer von Zweifeln zu ver⸗ ſenken; ſo war er denn bis auf wenige Schritte
von der lagernden Gruppe herangekommen, de⸗
ren Augen er durch einen gewaltigen Baum⸗ ſtamm entzogen ward, als der Knabe in dem Geſpräche fortfahrend fragte:
„Ich denke, der Vater iſt jetzt ein reicher Graf, der uͤber viele Leute gebietet?— Was


