Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
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ten, aber nie gab der Burgvogt es zu, daß ſie unter vier Augen mit ihm ſei. Stets war er oder einer ſeiner getreuen Henkersknechte bei den Unterredungen zugegen und ſelbſt ſo durf⸗ ten ſich die Gatten nur aͤußerſt ſelten ſehen. Bald untergrub der Kummer die Geſundheit unſter theuren Gebieterin. Vor ſechs Monaten ſegnete ſie das Irdiſche und ward, wie ich be⸗ reits erwaͤhnte, in der Familiengruft beigeſetzt. Der Graf folgte zwar ihrem Sarge, aber in ſeinen ſtavren Zuͤgen malte ſich kein Schmerz uͤber den Verluſt der einſt ſo inniggeliebten Gat⸗ tin. Uns verweigerte der rauhe Burgvogt ſelbſt die kleine Gunſt, unſere Mutter denn das war ſie uns Allen im Tode noch ein⸗ mal zu ſehen, und der, von welcher wir waͤh⸗ rend ihrer letzten Lebenstage fern gehalten wor⸗ den waren, die kalte Leichenhand zu kuͤſſen. Das iſt nun Alles, was ich Euch zu ſagen vermag.