Die Schlußſcene. 301
vel zu ſagen, daß Alles bereit wäre, und ihm ſeine letzten Anweiſungen zu geben.
„Verlieren Sie keine Zeit,“ ſagte der Diebsfänger. „Hundert Pfund, wenn Sie es ſchnell abmachen.“
„Verlaſſen Sie ſich auf mich,“ antwortete der Scharf⸗ richter und warf ſeine Pfeife fort, die er eben ausgeraucht hatte.
Jetzt herrſchte eine tiefe, furchtbare Stille, wie die, welche einem Donnerſturme vorangeht, unter der ganzen Verſammlung. Die tauſend Stimmen, welche einen Augen⸗ blick vorher ſo lärmend geweſen waren, verſtummten. Kein Athemzug ward gehört. Die Truppen hatten einen breiten Saum um den Galgen geräumt. Die umgebenden Gerüſte waren mit Zuſchauern angefüllt,— ſo auch das Dach einer großen Schenke, damals das einzige Hans, welches am Ende der Edgewareſchen Landſtraße ſtand,— ſo auch die Bäume, — die Mauer des Hydeparks,— eine benachbarte Scheune, ein Schuppen,— kurz jede nutzbare Stellung.
Der Karren hatte ſich dem Schafott genähert. Die Wachen und Konſtabeln bildeten einen großen Kreis um ihn, um den Pöbel abzuhalten. Es war ein furchtbarer Augenblick. In dieſer ſchrecklichen Lage bewahrte Jack ſeine Faſſung,— ein Lächeln ſchwebte auf ſeinem Geſicht, ehe die Kappe darüber gezogen ward,— und die letzten Worte, die er ſprach, waren:„Meine arme Mutter! bald bin ich bei dir!“ Dann ward die Schlinge umgelegt und der Karren begann ſich zu bewegen.
Im nächſten Augenblick war er der Ewigkeit übergeben!
Kaum hatte er eine Sekunde gehangen, ſo ſprang ein Mann mit gebräuntem Geſicht mit einem offenen Taſchen⸗ meſſer in den Karren, durchhieb, ehe er daran gehindert werden konnte, den Strick und ſchnitt den Körper ab. Es war Blauhaut. Seine Hülfe kam zu ſpät. Eine Kugel aus


