300 Dritter Abſchnitt. 1724. Der Gefängniß⸗Brecher.
Zweiunddreißigſtes Kapitel. Die Schlußſcene.
Tyburn war jetzt in der Nähe. Ueber dem Meer von Köpfen erhob ſich ein ſchwarzer, düſterer Gegenſtand. Es war der Galgen. Jack, der ihm den Rücken zukehrte, ſah ihn nicht, aber an den mittleidsvollen Aeußerungen des um⸗ gebenden Haufens bemerkte er, daß er zu ſehn wäre. Dieſer Umſtand bewirkte in ſeinem Benehmen weiter keine Verän⸗ derung, als daß er ſeine Gedanken von ſeiner nächſten Um⸗ gebung abzuziehn und ſeine Aufmerkſamkeit auf die Gebete, welche der Geiſtliche ſprach, zu richten ſuchte.
Dies war ihm kaum gelungen, als er noch einmal ge⸗ ſtört ward und der Anblick Herrn Wood's, der an der Ecke eines aufgeſchlagenen Schaugerüſtes ſtand und ihm theilneh⸗ mend mit der Hand zuwinkte, ihn faſt entmannte.
Jack ſprang plötzlich auf, und mehrere ſeiner Wachen, die dies als einen Fluchtverſuch anſahen, zogen die Säbel und bedeuteten ihm, ſich hinzuſetzen. Doch Jack achtete nicht auf fie. Seine Blicke waren auf ſeinen alten Wohlthäter gerichtet.,
„Gott im Himmel ſegne dich, unglücklicher Knabe!“ rief Wood in Thränen ausbrechend,„Gott ſegne dich!“ 6
Jack ſtreckte die Hand nach ihm aus und ſah ſich be⸗ gierig nach Thames um, aber er war nirgends zu finden. Ein herber Schmerz durchzuckte Jack's Herz, und er hätte die Welt darum gegeben, wenn es ihm vergönnt geweſen wäre, ſeinen Freund noch einmal zu ſehn. Doch der Wunſch war vergebens; er ſuchte alle irdiſchen Gedanken zu ver⸗ bannen und wandte ſich wieder ernſtlich und aufrichtig zum Gebet.
Während deſſen war Jonathan zurückgeritten, um Mar⸗
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