Die Rückkehr. 17
junge Mann bald Miſtreß Wood's ſtattliche Geſtalt, jetzt noch ſtattlicher und bunter aufgeputzt als je,— ſo wie auch ein junges, ſchönes Frauenzimmer, in der er ohne Schwie⸗ rigkeit die Tochter des Tiſchlermeiſters erkannte.
Winifred Wood ſtand jetzt in ihrem zwanzigſten Jahre. Ihre Züge trugen noch immer leiſe Spuren der Krankheit, auf die wir bei ihrer Beſchreibung als Kind hingedeutet haben,— aber dies war der einzige Mangel an Schönheit. Ihr Ausdruck war ſo liebenswürdig, daß er auch ein tau⸗ ſendmal fehlerhafteres Geſicht gut gemacht haben würde. Ihre Geſtalt war vollkommen ebenmäßig,— hoch, an⸗ muthsvoll und gerundet,— und dann hatte ſie ſo innige blaue Augen, daß ſie die Sterne an Glanz übertrafen. Beim Eintritt des Fremden ſaß ſie emſig mit ihrer Nadel beſchäf⸗ tigt am Fenſter.
„Meine Frau und Tochter, Sir,“ ſagte der Tiſchler⸗ meiſter, indem er ſie ſeinem Gaſt vorſtellte.
Miſtreß Wood, deren Geſchmack an männlicher Schön⸗ heit ſich keineswegs vermindert hatte, warf einen Blick auf die wohlgebaute Geſtalt des jungen Mannes und beehrte ihn mit einem ſehr freundlichen Gruß. Winifred's Empfang war höflich, aber zurückhaltender, und nach Beendigung dieſes kleinen Ceremoniells nahm ſie ihre Arbeit wieder auf.
„Dieſer Gentleman bringt uns Nachrichten von einem alten Freund, meine Theure,“ fagte der Tiſchlermeiſter.
„So! und wer könnte das ſein?“ fragte ſeine Frau.
„Jemand, den Sie vielleicht vergeſſen haben,“ antwor⸗ tete der Fremde,„aber der nie die Güte vergeſſen kann, die er von Ihnen und Ihrem vortrefflichen Gemahl empfan⸗ gen hat.“
Beim Klange ſeiner Stimme entwich alle Röthe von Winifred's Wangen und die Arbeit, mit welcher ſie beſchäf⸗ tigt war, entſank ihrer Hand.
Ainsworth, Jack Sheppard. M. 2


