4 Dritter Abſchnitt. 1724. Der Gefängniß⸗Brecher.
ein Vermögen eingebüßt haben, wie z. B. Ihr ganz erge⸗ benſter Diener— ha! ha! Mit einem Wort, Sir, Herr Wood iſt jetzt in ſehr wohlhabenden Umſtänden. Er iſt ſo lange als nöthig, und meiner Meinung nach, länger, beim Geſchäft geblieben. Als er dies Grundſtück vor drei Jahren veräußerte, nahm ich es ihm ab; oder vielmehr— um offen gegen Sie zu ſein,— er überließ es mir miethsfrei, denn, ich ſchäme mich des Geſtändniſſes nicht, ich habe Verluſte gehabt, ſehr ſchwere Verluſte; und wäre er nicht geweſen, ſo hätte ich nicht gewußt, wohin mit mir. Herr Wood, Sir,“ fuhr er mit großer Rührung fort,„iſt einer der beſten Menſchen, und er würde der glücklichſte ſein, wenn— wenn—“ hier ſtockte er. „Nun, Sir?“ fragte Jener neugierig. „Seine Frau lebt noch,“ erwiederte Kneebone trocken. „Ich verſtehe,“ verſetzte der Fremde, der ein Lächeln nicht unterdrücken konnte.„Aber es wundert mich, ich habe gehört, daß Miſtreß Wood einſt ein Liebling von Ihnen war.“ „Das war ſie auch,“ entgegnete der Tuchhändler, eine gewaltige Priſe nehmend, mit der Miene eines Mannes, der ſich nicht ungern mit ſeinen galanten Abenteuern necken läßt—„das war ſie auch. Aber die Zeiten ſind vorüber — ganz vorüber. Seit ihr Mann mir ſo große Verpflich⸗ tungen auferlegt hat, konnte ich in Ehren nicht mehr fort⸗ fahren, ihn— hem!“ hier nahm er zu mehrerer Deutlichkeit wieder eine Priſe.„Dazu kömmt noch, daß ſie weder ſo jung mehr iſt, wie ſie war, noch hat ſch ihre Laune irgends gebeſſert— hem!“ „Genug davon, Sir,“ ſagte der Fremde ernſt;„laſſen Sie uns von etwas ſprechen,— von ihrer Tochter.“ „Das iſt allerdings etwas viel Angenehmeres, 7 entgeg⸗ nete Kneebone mit ſelbſtgefälligem Grinſen.


