Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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K. Der Götze Bel.

Monſ. Johanncau nimmt an, Bel oder Belinus ſey von dem griechiſchen Belos(Pfeil oder Wurfſpieß) abgeleitet und bedeute einen Bogenſchützen, weß⸗ halb das Wort als Beiname Apolls gelte.*

Ich muß geſtehen, das ſcheint mir eine von den unrichtigen Anſichten der Gelehrten, aus vagen Wortverwandtſchaften abgeleitet. Wenn übrigens ir⸗ gend etwas an dieſer Annahme iſt, ſo bleibt es ebenſo wahrſcheinlich, daß Bel's Verehrung den Griechen von den Celten, als daß ſie dieſen von jenen überliefert wurde.

In dieſem Punkte finden die Gelehrten einige höchſt intereſſante Fragen zu unterſuchen, nämlich 1) wann haben die Celten zuerſt Götzenbilder einge⸗ führt? 2) Dürfen wir der Verſicherung klaſſiſcher Autoritäten glauben, wo⸗ nach die Druiden urſprünglich keinen Götzendienſt zuließen? Iſt dies der Fall, ſo finden wir die Hauptgötzen der Druiden bei Lucan aufgezählt, und ſie mußten ſie alſo lange vor Lucan's Zeit eingeführt haben. Von wem konnte dies geſchehen? Von den Römern nicht wohl, denn die römiſchen Götter ha⸗ ben nicht die geringſte Aehnlichkeit mit den celtiſchen Götzen, ſodald wir letz⸗ tere genau unterſuchen; eben ſo wenig von den Teutonen, von deren Gott⸗ heiten die der Celten ſich gleichermaßen unterſcheiden. Haben wir vielleicht den klaſſiſchen Schriftſtellern nicht zu viel Glauben geſchenkt, wenn ſie ver⸗ ſichern, daß der druidiſche Gottesdienſt urſprünglich höchſt einfach geweſen? und wird man dann die druidiſchen Götzen nicht eben ſo alt finden, als die fernſten Spuren des celtiſchen Daſeyns? Mochten nicht die Cimmerier ſie aus der Zeit ihrer erſten traditionellen Einwanderung aus Oſten herüberge⸗ bracht haben, und iſt ihr Bel nicht identiſch mit der babyloniſchen Gottheit?

L.

Salben, wie die Herxen ſie gebrauchten.

Lord Baco, wenn er von den bei den Hexen gebräuchlichen Salben ſpricht, ſtellt die Vermuthung auf, daß dieſe wirklich die Ausdünſtung hemmten und nach dem Kopfe trieben, wodurch Krämpfe und Viſionen veranlaßt wur⸗ den. Es ſcheint, daß alle Hexen, welche den Sabbath beſuchten, dieſe Salben anwendeten, und es liegt etwas ſehr Auffallendes in dem Umſtande, daß ihre Zeugniſſe über die Scenen, die ſie nicht mit dem Körper(den ſie hinter ſich ließen) wohl aber mit der Seele wahrgenommen zu haben erklärten, ganz mit einander übereinſtimmen, wie wenn dieſelben Salben und Zaubermittel

* Johann. ap. Acad. Celt. III. Bd., S. 151. 42*