654
G.. Earl Godwin's Abſtammung.
Sharon Turner bringt aus der Knytlinga Saga, was er eine Erklä⸗ rung über Godwin's Laufbahn und Verwandtſchaft nennt, worüber keine anderen Dokumente exiſtiren. Sie lautet:„Ulf, ein däniſcher Häuptling, ver⸗ folgte nach der Schlacht von Skorſtein zwiſchen Canut und Edmund Ironſides die engliſchen Flüchtlinge in einen Wald, wo er ſich verirrte und gegen Mor⸗ gen einen ſächſiſchen Jüngling traf, der das Vieh auf die Waide trieb. Er verlangte von ihm, er ſolle ihn in Sicherheit zu Canuts Schiffen weiſen und bot ihm als Führerlohn einen goldenen Ring; der junge Hirte verſchmähte jedoch dieſe Gabe der Beſtechung, barg aber den Dänen in der Hütte ſeines Vaters(der als bloßer Bauer geſchildert wird) und geleitete ihn am andern Morgen in das däniſche Lager. Vorher aber hatte der Vater des Jünglings dem Ulf vorgeſtellt, daß ſein Sohn Godwin, nachdem er einem Dänen zur Flucht verholfen, nicht mehr ſicher bei ſeinen Landsleuten bleiben könne und erſuchte ihn deßhalb, das Glück ſeines Sohnes bei Canut anzubahnen. Der Däne verſprach es und hielt Wort: daher Godwin’s Aufſchwung.“ Thierry in ſeiner„Ceſchichte der normänniſchen Eroberung“ erzählt dieſelbe Geſchichte nach der Autorität von Torfaeus Hist: Rer. Norweg.
Nun brauche ich wohl keinen mit unſerer früheren Geſchichte Vertrauten zu ſagen, daß die nordiſchen Chroniken, wimmelnd von romantiſchen Sagen und Legenden, gegen unſere eigenen Memoiren niemals als Autorität gelten können, wenn ſie auch zuweilen als Ergänzung von Auslaſſungen in letzteren nicht ohne Werth ſind, und zum Unglück für dieſe hübſche Geſchichte ſprechen wider ſie die direkten Behauptungen der beſten Autoritäten, die wir beſitzen, nämlich der Sachſenchronik und Florence’'s von Worceſter. Die Sachſenchronik erzählt ausdrücklich, daß Godwin’s Vater Childe von Suſſer(Florence nennt ihn Miniſter oder Than von Suſſer)* und daß Wolnoth ein Neffe Edric's, des allmächtigen Earls oder Herzogs von Mercia geweſen. Florence beſtätigt
dieſe Behauptung noch überdies durch den Stammbaum, der ſich folgender⸗ maßen ableiten läßt:
*„Suthsaxonum ministram Wolfnothem.“ Flor. Wig.
des
ſter
Syly Gan richt gen
Suſ in ganz noth Kön von ſiſch
und
die neu


