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73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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verwendet wurde. Die Geſandten zwiſchen Godwin und dem König mögen

wohl dem allgemeinen Sinne der Chronik zufolge gewiſſe Thane geweſen ſeyn, e welche als Vermittler auftraten.

F. Die Fylgia oder der Schutzgeiſt.

Dieſer liebliche Aberglaube in der ſkandinaviſchen Religion iſt um ſo bemerkenswerther, als er im Glauben der eigentlichen Teutonen nicht vor⸗ kommt und mit dem guten Engel oder Schutzgeiſte der Perſer enge zuſam⸗ menhängt. Er bildet deshalb einen der Beweiſe für die aſiatiſche Abſtam⸗ mung der Nordmänner.

Die Fylgia(begleitender Geiſt) wurde immer als weibliches Weſen dargeſtellt. Ihr Einfluß war nicht durchaus günſtig, obwohl letzteres ihr Hauptmerkmal ausmacht. Wurde ſie vernachläſſigt, ſo war ſie der Rache fähig, zeigte aber die ganze Hingebung ihres Geſchlechts, wenn ſie geziemend behandelt wurde. Mr. Grenville Pigott in ſeinem neuen populärenHand⸗ buch ſkandinaviſcher Mythologie erzählt eine intereſſante Legende in Betreff einer dieſer übernatürlichen Damen:

Ein ſkandinaviſcher Krieger, Halfred Vandrädakald hatte den chriſtlichen

1 Glauben angenommen. Als er nun von einer, wie er glaubte, tödtlichen Krank⸗ heit befallen wurde, fürchtete er natürlich, ein Geiſt, der ihn durch ſein heid⸗ niſches Leben begleitet, dürfe ihm nicht in jene andere Welt folgen, wo deſſen Geſellſchaft ihn in verdrießliche Geſchichten verwickeln könnte. Die hartnäckige Fylgia wandelte gleichwohl in Geſtalt eines ſchönen Mädchens auf den Wogen der See hinter ſeinem Wikingerſchiffe her und kam ſo nahe, daß die ganze Schiffsmannſchaſt ſie erblickte. Halfred, ſeine Fylgia erkennend, ſagte ihr mit dürren Worten, daß ihre Verbindung für immer ein Ende habe. Die ver⸗ laſſene Fylgia beſaß aber auch ihren Stolz und fragte nun Thorold,ob er ſie haben wolle. Dieſer war ungalant genug, ſie auszuſchlagen; Halfred der jüngere aber ſagte:Mädchen, ich will Dich nehmen.*

In den verſchiedenen Nordlandsſagen gibt es viele Anekdoten über dieſe Geiſter, welche immer reizend erſcheinen, weil ſie ihren weniger irdiſchen At⸗ tributen ſtets etwas vom Charakter des Weibes beimiſchen. Die in ihrem Daſeyn verkörperte Poeſie iſt von ſanfterem menſchlicherem Charakter, als er ſonſt in den ſtrengen rieſigen Dämonen der ſkandinaviſchen Mythologie er⸗

ſichtlich iſt. * Pigott's ſkandinaviſche Mythologie, S. 360. Half. Vand. Saga.