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73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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Wenn wir dieſe Antwort als authentiſch annehmen dürfen, ſo iſt ſie dop⸗ pelt merkwürdig als Beweis, daß Edward ſeinen Titel auf den Entſchluß des Volkes ihn zum König zu nehmen begründete und ſeine erblichen Anſprüche im Vergleiche damit als Nichts achtete. Dieſes ſowohl wie überhaupt der Ton der Antwort beſonders die Stelle, wo er ausſpricht, daß er ſeine Ver⸗ theidigung nicht der Armee, ſondern dem Volke anvertraue macht es wahr⸗ ſcheinlich, daß Godwin die Antwort diktirte; und in der That, Edward ſelbſt hätte ſie weder in's Sächſiſche noch ins Däniſche einkleiden können. Aber der König bleibt jedenfalls zu dem Lobe, das er verdient, gleich berechtigt, ob er ſie nun ſelbſt abfaßte oder ihren wackeren Ton und fürſtliche Geſinnung blos billigte und ſanktionirte.

E. Herolde.

So Vieles von demStolze, dem Pompe und Aufwande, der das rit⸗ terliche Zeitalter begleitete, wird von dieſen Gefährten der Prinzen und Ver⸗ kündigern edler Thanen entlehnt, daß es den Leſer wohl intereſſiren dürfte, wenn ich ihm kurz zuſammenſtelle, was unſere beſten Alterthumskenner über deren erſtes Erſcheinen in unſerer Geſchichte geſagt haben.

Camden meint,(etwas zu voreilig, fürchte ich,)ihr Anſehen, Ehre und Namen habe in den Zeiten Karls des Großen begonnen. Die erſte Erwäh⸗ nung von Herolden in England fällt in die Regierung Edward's III. eine Regierung, in welcher das Ritterweſen ſeinen glänzendſten Gipfel erreicht hatte. Whitlock ſagt:einige leiten den Namen Herold von Herauld, einem ſächſiſchen Worte(alter Krieger oder Altmeiſter bedeutend) ab, weil die He⸗ rolde urſprünglich aus den Veteranen gewählt wurden. Joſeph Holland er⸗ zählt:ich finde, daß Malcolm König der Schotten einen Herold an William den Eroberer ſandte, um wegen des Friedens zu unterhandeln, während beide Heere in Schlachtordnung ſtanden. Agard behauptet:zur Zeit der Erobe⸗ rung waren Herolde noch nicht gebräuchlich, und bemerkt richtig, daß der Eroberer einen Mönch als Boten an König Harold abſandte

Hier möchte ich noch beifügen, daß auch in den altfranzöſiſchen und nor⸗ männiſchen Chroniken Mönche und Prieſter das Amt der Herolde verrichten. So ſchickt Karl der Einfältige einen Erzbiſchof zur Unterhandlung mit Rolf⸗ ganger; Ludwig der Fromme einenweiſen und klugen Abt an Mormon, Häuptling der Bretonen. In den ſächſiſchen Zeiten war der Nuntius(ein Wort, das noch im heraldiſchen Latein gebraucht wird) der regelmäßige Ge⸗ ſandte des Königs wie der großen Earls. Sein ſächſiſcher Name hieß bode (Bote), und war-bode(Kriegsbote), wenn er zu feindlichen Verhandlungen

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