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ſetze thon erzählt eine intereſſante Anekdote aus ſeinem Leben während dieſer ſeiner ſem wichtigſten Kriſe. Er hatte ſich nach einer abgelegenen Stelle der Seine zu⸗ mer rückgezogen, um über das geheimnißvolle Weſen der Dreieinigkeit nachzuden⸗ eſſen ken, als er einen Knaben das Waſſer des vor ihm ſtrömenden Fluſſes in ven, einen kleinen Brunnen ſchöpfen ſah. Seine Neugier war rege und er fragte, inut was der Knabe vor habe.„Jene Tiefe in dieſen Brunnen zu leeren,“ gab der ein Knabe zur Antwort.„Das kannſt Du nie vollbringen,“ meinte der Eelehrte. Er⸗„Ebenſo wenig als Du die Tiefe, über welche Du nachſinnſt, in den Brunnen bat Deiner Vernunft ſchöpfen wirſt,“ erwiederte der Knabe. Mit dieſen Worten fen; verſchwand der Sprecher und Lanfranc, auf die Hoffnung verzichtend, das lich, mächtige Geheimniß zu ergründen, warf ſich mit einem Male dem Glauben den. in die Arme und nahm ſeinen Aufenthalt in dem Kloſter zu Bec.
Die Erzählung iſt vielleicht eine Legende, aber jedenfalls keine leere Er⸗ findung. Er gab ſie wohl ſelbſt als eine Parabel, um durch ſie den Ideen⸗ gang zu erklären, der ſeine Laufbahn entſchieden hatte. In der Blüthe ſeiner
on Mannsjahre um's Jahr 1042, als er in ſeinem ſiebenunddreißigſten Jahre und im Zenith ſeines gelehrten Rufes ſtand, eröffnete er in dem erſt kürzlich unter Herluin, ſeinem erſten Abte, gegründeten Kloſter zu Bec eine Schule für Ge⸗
des lehrte, welche eine der berühmteſten im Weſten von Europa wurde, und das eine damals noch unbekannte Kloſter, welches durch die Abgeſchiedenheit ſeiner m⸗ Lage und ſeine ärmliche Ausſtattung die Wahl des Lombarden auf ſich lenkte, mit wuchs unter ſeinem Einfluſſe zur Akademie ſeines Zeitalters heran.„Unter tu⸗ einem ſolchen Meiſter,“ ſagt Orderie* in ſeiner reizenden Chronik,„empfingen ind die Normannen ihren erſten Unterricht in der Literatur; aus dieſer Schul⸗ rer ging jene Maſſe beredter Philoſophen hervor, welche die Theologie ebenſo ſehr ind wie die Wiſſenſchaft ſchmückten. Aus Frankreich und Flandern, aus der Gas⸗ ſo cogne und Bretagne ſtrömten die Schüler herbei, um ſeinen Unterricht zu ta⸗ genießen.“ iel Lanfranc hatte anfänglich, wie wir oben im Texte oberflächlich angedeutet, on gegen Williams Heirath mit Mathilde von Flandern Partei genommen— eine iſe Heirath, welche den formalen Regeln der römiſchen Kirche offen zuwir erlief; ng er wurde deßhalb von dem hitzigen Herzog verbannt, obwohl Williams Un⸗ nn gnade auf den im Tert erwähnten anſtändigen Scherz(jocus decens) auf⸗. ei⸗ hörte. Zu Rom jedoch bot er all' ſeinen Einfluß und ſeine Beredtſamkeit zu ge⸗ Williams Gunſten auf, und der große Normanne hatte wirklich die ſchließ⸗ es liche Sanktion ſeiner Ehe und den Widerruf des ſein Reich erkommuniciren⸗ m den Interdikts blos dem Gelehrten von Pavia zu verdanken.** a⸗ Zu Rom wohnte er anno 1059(dem Jahre, wo die Normandie e* Orderic. vital. Iib. 4. g⸗.** Das Datum von Williams Vermählung wird in der engliſchen und *———— 5— 3


