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die Waldungen zu Waide und Viehfutter zu benützen. Canuts Jagdgeſetze ſollten als ein liberales Zugeſtändniß an die öffentliche Meinung in dieſem Punkte gelten: ſie ſind beſtimmter als Edgars Verordnungen, aber immer noch furchtbar hart: wenn ein Freier ein Wild des Königs tödtete oder deſſen Förſter ſchlug, ſo verlor er ſeine Freiheit und ward zum weißen Theowen, das heißt, er wurde Verbrechern gleich geachtet. Gleichwohl erlaubte Canut den Biſchöffen, Aebten und Thanen, in ſeinen Waldungen zu jagen— ein Privilegium, das von Heinrich III. wiederhergeſtellt wurde. Nach der Er⸗ oberung war der Adel von den königlichen Jagden ausgeſchloſſen und bat deßhalb ſchon unter Williams I. Regierung ſeine Parks einzäunen zu dürfen; ſchon zur Zeit ſeines Sohnes Heinrichs I. waren ſolche Parke ſo gewöhnlich, daß ſie ebenſoſehr ein Gegenſtand der Lächerlichkeit wie der Beſchwerde wurden.
OC.
Lanfranc, der erſte anglo⸗normänniſche Erzbiſchof von Canterbury.
Lanfrane war in jeder Hinſicht einer der merkwürdigſten Männer des eilften Jahrhunderts. Er ward ums Jahr 1005 zu Pavia geboren; ſeine Familie war von Adel, denn ſein Vater zählte zu der Magiſtratur der lom⸗ bardiſchen Hauptſtadt Pavia. Von früheſter Jugend an widmete er ſich mit dem ganzen Eifer eines Gelehrten den freien Künſten, insbeſondere dem Stu⸗ dium der bürgerlichen und kirchlichen Jurisprudenz. Er ſtudirte zu Köln und trat ſpäter in ſeinem Vaterlande als theoretiſcher und praktiſcher Rechtslehrer auf.„Noch als ganz jung triumphirte er über die fähigſten Advokaten, und der Strom ſeiner Beredtſamkeit verwirrte die ſpitzfindigſten Rhetoriker,“ ſo ſagt einer ſeiner Chroniſten. Seine Entſcheidungen wurden von den ita⸗ lieniſchen Rechtsgelehrten und Tribunalen als Autorität anerkannt. So viel aus ſeiner Geſchichte und ſeinem beſonderen Renommée hervorgeht,(denn von unſeren heutigen Gelehrten können wohl nur wenige auf mehr als theilweiſe oberflächliche Bekanntſchaft mit ſeinen Schriften Anſpruch machen)— erging ſich ſein Geiſt gerne in den Spitzfindigkeiten der Kaſuiſtiker; allein ſein Sinn war doch zu groß und weitſichtig für ſolche Studien, welche das höhere Gei⸗ ſtesvermögen zwar ergötzen, aber nie befriedigen, und er bekam die blos ge⸗ ſetzliche Dialektik bei Zeiten ſatt. Die großen, abſorbirenden Myſterien des chriſtlichen Glaubens und der römiſchen Kirche(groß und abſorbirend in dem Maße, als der religiöſe Glaube ihre Annahmen als ſchon bewieſene mathema⸗ tiſche Sätze anerkennt) beſchäftigten bald ſeine Einbildungskraft und prüften ſeine forſchende Vernunft bis in ihre innerſte Tiefe. Die Chronik von Knyg⸗
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