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Bruſt hob ſich, aber mit einer Anſtrengung weit über ihre Jahre, hielt ſie ihre Thränen zurück und ſagte in mildem Tone:
„Meine Großmutter Hilda befahl mir mit ihr zu kommen und ich kam.“
„Hilda!“ rief der König, ſeinen Zelter mit anſcheinender Be⸗ ſtürzung zurückhufend;„Hilda iſt aber nicht bei Dir— ich ſehe ſie nicht.“
Indem er noch ſprach, erhob ſich Hilda, und ihre hohe Geſtalt erſchien ſo plötzlich auf dem Gipfel des Hügels, daß man hätte glau⸗ ben können, ſie wäre aus dem Boden emporgeſtiegen; mit leichtem raſchem Schritte neben ihre Enkelin tretend, gab ſie nach einer flüchti⸗ gen hochmüthigen Verbeugung zur Antwort:
„Hilda iſt hier; was verlangt Edward, der König, von ſeiner Dienerin Hilda?“
„Nichts, nichts,“ verſetzte der König haſtig, und ein Anflug von Furcht kam über ſein ſtilles Antlitz, worauf er mit dem widerſtrebenden Ton eines Menſchen, der ſeinem Gewiſſen gegen die eigene Neigung gehorcht, alſo fortfuhr:„außer daß ich Dich bitten möchte, dieſes
Kind hinter Hausſchwelle und Altar zu halten, wie es der Maid ge⸗
ziemt, welche unſere heilige Jungfrau ihrer Zeit für ihren Dienſt er⸗ kieſen wird.“
„Nicht ſo, Sohn Etheldreds, Sohns von Wodan; Penda's letz⸗ ter Abkömmling muß leben, nicht um als Geiſt zwiſchen Kloſter⸗ mauern zu ſchweben, ſondern um Söhne für den Krieg in ihres Va⸗ ters Schilde zu wiegen. Es gibt ja ſo wenige Männer wie ehedem, und ſo lange der Fuß des Fremden auf ſächſiſchem Boden verweilt, ſollte kein Zweig an Wodans Stamme im Blatte geknickt werden.“
„Per la resplendar Dé,“ kühne Dame,“ ſchrie der Ritter neben Edward, während ſich düſtere Gluth über ſeine bronzene Wange er⸗ goß,„Du zeigſt wahrlich für einen Unterthan eine zu geläuſige Zunge,
*. Beim Glanze Gottes.


