Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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Worte, in denen der Ritter neben ihm ein Gebet erkannte, welchem er ſein Amen mit entblöstem Haupte und in ſo ſalbungsvollem Tone bei⸗ fügte, daß ihn der königliche Heilige mit ſchwachem Beifallslächeln und einem zärtlichenBene, bene, Piosissime! belohnte.

Sofort ſeinen Zelter gegen den Hügel lenkend, winkte er dem Mädchen, ihm näher zu kommen. Cditha gehorchte mit hochrothen Wangen und trat bis an die Straße. Die Bannerträger hielten wie der König und ſeine Begleiter die Prozeſſion hinten blieb ſtehen dreißig Ritter, zwei Biſchöfe, acht Aebte, alle auf feurigen Roſſen und in normänniſcher Tracht Knappen und Fußknechte ein langes pomphaftes Gefolge alle hielten an; nur einige weggelaufene Hunde ſonderten ſich von der übrigen Meute und wanderten mit hängendem Kopfe in die benachbarten Forſte.

Editha, mein Kind, begann Edward noch immer normänniſch⸗ franzöſiſch, denn er ſprach ſeinen Landesdialekt nicht ſehr geläufig und das Romaniſche, das unter den höheren Klaſſen in England ſchon lange einheimiſch geweſen, war ſeit ſeiner Thronbeſteigung die aus⸗ ſchließliche Hofſprache geworden, und als ſolche wurde angenommen, daß jeder Earl⸗Sippe ſie gleichfalls ſprecheEditha, mein Kind, Du haſt hoffentlich meine Lehren nicht vergeſſen, Du ſingſt die Hym⸗ nen, die ich Dir gab und verſäumſt doch nicht, die Reliquie um den Nacken zu tragen?

Das Mädchen ſenkte das Haupt und ſchwieg.

Wie kommt es denn, fuhr der König fort, wäͤhrend er ſeiner Stimme vergeblich einen ſtrengen Accent zu geben verſuchte,wie kommt es, o Kleine, daß Du, deren Gedanken ſich bereits über dieſe Fleiſcheswelt emporgeſchwungen haben und eifrig auf den Dienſt un⸗ ſerer keuſchen und gebenedeiten Maria gerichtet ſeyn ſollten, ſo ſchleier⸗ los und allein ein Ziel für die Augen der Männer am Wege ſtehſt? Geh' zu, das iſt nichts.

Dieſer Vorwurf, vor ſo großer glänzender Geſellſchaft ausge⸗ ſprochen, färbte des Mädchens Wangen mit wechſelnder Röthe, ihre