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ſeine Wangen von geſunder Röthe gefärbt, aber ſein Geſicht zeigte lange tiefe Furchen und unter ſeinem Barett, das in der Form den ſchottiſchen nicht unähnlich war, wallte das lange ſchneeweiße Haar mit einem großen Zwickelbarte ſich vermiſchend. Weiß ſchien ſeine Lieblingsfarbe, denn weiß war die obere Tunika, die mit einer breiten Spange oder Broſche auf die Schulter geheftet war, weiß die wollenen Beinkleider, die ſeine abgemagerten Glieder bedeckten, und weiß der Mantel, jedoch mit einer breiten Bordüre von Gold und Purpur be⸗ ſetzt. Der Schnitt ſeiner Kleidung war wie er einem Edlen geziemte, nur daß er für die gebrechliche, ungraziöſe Geſtalt des Reiters gar ubel taugte.
Gleichwohl erhob ſich Editha, ſobald ſie ſeiner anſichtig wurde, mit einem Ausdruck tiefer Ehrfurcht, und ging mit den Worten:„es iſt unſer Herr, der König!“ einige Schritte den Hügel hinab, wo ſie, die Arme über die Bruſt gekreuzt, und in ihrer jugendlichen Unſchuld ganz vergeſſend, daß ſie das Haus ohne Mantel und Schleierhaube, wie man ſie für die Tracht der Jungfrau wie der Matrone außer dem Hauſe als unerläßlich betrachtete, zu Haus gelaſſen hatte— am Fuß deſſelben ſtehen blieb.
„Edler Sir und Bruder mein,“ ſagte die tiefere Stimme des jüngeren Reiters in der romaniſchen oder normänniſchen Sprache. „Ich habe gehört, daß das kleine Völkchen, von dem meine Nach⸗ barn, die Bretonen, uns ſo Vieles erzählen, in dieſem Eurem ſchönen Lande ſehr zahlreich ſeyn ſolle, und ritte ich nicht an der Seite eines Mannes, dem kein ungetauftes und nicht abſolvirtes Geſchöpf ſich na⸗ hen darf— bei der ſüßen St. Valery, ich würde ſagen: dort drüben ſteht eines jener ſelben gentiles fées.“
König Edwards Auge folgte der Richtung, welche ſein Begleiter mit der Hand andeutete, und ſeine ruhige Stirn zog ſich leiſe zuſam⸗ men, als er Editha's jugendliche Geſtalt regungslos nur wenige Schritte vor ſich ſah, während die warmen Malluͤfte mit ihren langen goldenen Locken kosten. Er hielt ſeinen Zelter an und murmelte einige lateiniſche


