Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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Mein Auge nach den Blüthen ſchaut: Herz ſchifft in Meeresraum.

Mein Mai iſt nicht der Blüthenzweig . Nicht Vogelſang im Gras:

Mein Mai der war im Winterfroſt, Wenn Einer neben ſaß.

Als ſie an die letzte Strophe kam, ſchien ihre ſanfte Stimme einen Chor von lauter Hörnern, Trompeten und gewiſſen anderen, der da⸗ n und maligen Muſik eigenthümlichen Blasinſtrumenten zu erwecken. Der dort Hügel begrenzte die Hochſtraße nach London, welche ſich damals zwi⸗ unlech ſchen weiten Forſtſtrecken durchwand, und unter den Bäumen zur Lin⸗ f den ken hervortretend, kam eine ſtattliche Geſellſchaft zum Vorſchein.

Voraus zogen zwei Bannerträger, ijeder mit einer Fahne. Auf en in der einen war das Kreuz und die fünf Hämmer das Wahrzeichen ranz⸗ Edwards, ſpäter mit dem Namen der Bekenner abgemalt; auf der ialekt andern ſah man ein einfaches breites Kreuz mit einem tiefen Rande alla⸗ ringsum, der Winkel in ſcharfe Spitzen ausgezackt.

Faſ⸗ Das erſte Banner war Edithen bekannt, welche ihre Guirlande hied. fallen ließ, um den nahenden Prachtzug zu beſchauen; das letzte da⸗

gegen ſchien ihr noch fremd. Sie war gewöhnt, das Banner des großen Earls Godwin neben dem des Sachſenkönigs zu ſehen, und darum ſagte ſie faſt unwillig:

Wer wagt es, theure Ahne, ein Banner als Wimpel aufzu⸗ pflanzen, wo das des Earls Godwin flattern ſollte?

Schweig, gebot Hilda;ſchweig und ſchaue!

Unmittelbar hinter den Standartenträgern kamen zwei Geſtalten,

zern in Miene, Jahren und Alter wunderbar unähnlich, jede einen Falken und auf der linken Fauſt führend. Der eine der beiden Männer ritt einen d ſo⸗ milchweißen Zelter, deſſen Schabrake mit Gold und ungeſchliffenen nicht Juwelen beſetzt war. Obwohl nicht eigentlich alt denn er war kaum iſche über die Sechzig war ihm doch das Alter in Miene und Haltung

1. eingegraben. Seine Geſichtsfarbe war zwar ausnehmend klar und