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ten, der Faden ſchoß und das Schweigen war alsbald eiſiger denn zu⸗ vor zurückgekehrt.
„Fragſt Du,“ fuhr Hilda endlich, an das Kind gerichtet, fort, als ob die Frage, die ſich ſo lange zuvor an ihr Ohr gewendet, erſt jetzt ihre Seele erreicht hätte,„fragſt Du, ob ich an den Earl und ſeine ſchönen Söhne dachte?— Ja, ich hörte den Schmied, wie er Waffen auf den Ambos ſchwang, und wie der Hammer des Schiffebauers ſtarke Rippen für die Meeresroſſe zimmerte. Ehe noch der Schnitter ſeine Garben gebunden, wird Earl Godwin die Normannen in den Hallen des Mönchekönigs verſcheuchen, wie der Falke die Brut im Tauben⸗ ſchlage verſcheucht. Webt nnr gut und habt mir Acht auf Zettel und Einſchlag, ihr flinken Mädchen— ſtark ſey das Gewebe, denn beißend iſt der Wurm.“
„Was weben ſie denn, gute Großmutter?“ fragte das Mädchen mit Scheu und Verwunderung in ihren ſanften milden Augen.
„Das Todtenhemd für den Großen.“
Hilda's Lippen ſchloßen ſich, aber ihre Augen, leuchtender als zuvor, ſtarrten in den leeren Raum hinaus, und ihre bleiche Hand ſchien Buchſtaben gleich Runenzeichen in die Luft zu malen, bis ſie ſich langſam umwandte und durch das trübe Fenſter hinausſchaute.
„Reicht mir Schleierhaube und Stab,“ gebot ſie plötzlich.
Jedes der Mädchen, heilig froh eine Arbeit zu verlaſſen, welche erſt friſch begonnen ſchien und nach dem, was ſie über ihren Zweck von der Herrin erfahren, bei ihnen gewiß nicht ſehr beliebt war— erhob ſich, um dieſem Befehle zu gehorchen.
Ohne die Hände, die miteinander wetteiferten, zu beachten, nahm Hilda ihre Haube und ſtülpte ſie theilweiſe auf die Stirne, worauf ſie, leicht auf ihren langen Stab ſich lehnend, deſſen Kopf einen aus ſchwarz⸗ gefärbtem Holze geſchnitzten Raben vorſtellte, in die Halle und von da durch das entheiligte Tablinum in den mächtigen, durch den bedeckten Periſtyl gebildeten Hof trat, wo ſie eine Weile nachdenllich ſtille hielt und ihrer Enkelin rief. Das Mädchen ſtand bald an ihrer Seite.


