Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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Auf dieſem Hügel ſtanden die verſtümmelten Trümmer eines alten druidiſchen Cromlechs(Altar), in deſſen Mitte man nahe an einer Be⸗ gräbnißmündung mit dem Bauta⸗ oder Grabſteine eines frühern ſäch⸗ ſiſchen Häuptlings an dem einen Ende verbrecheriſcher Weiſe einen Altar für Thor aufgeſtellt hatte, was ſowohl aus der Geſtalt als aus einem rohen halbverwiſchten gemeiſelten Relief des Gottes mit ſeinem geſchwungenen Hammer und einigen Runenbuchſtaben hervorging. Hier ſah man aufs Neue, wie der Sachſe mitten in dem Tempel des Breto⸗ nen den Schrein ſeines triumphirenden Kriegsgottes aufgerichtet hatte.

Unter den Trümmern dieſer ebengenannten Außenſeite des Peri⸗ ſtyls, welche auf den Hügel hinausging, waren erſtens ein alter römi⸗ ſcher Brunnen, der jetzt den Schweinen zur Schwemme diente, und dann ein kleiner sacellum oder Bacchustempel(wie das noch erhaltene Fries und Relief bezeugte) übrig geblieben, ſo daß das Auge mit einem Blick die Denkmäler von vier verſchiedenen Glaubensbekenntniſſen überſchauen konnte hier das druidiſche, myſtiſch und ſymboliſch; dort das römiſche, ſinnlich aber menſchlich; das teutoniſche, grauſam und zerſtörend, und am ſpäteſten entſtanden und alle überlebend, obwohl bis jetzt ſeinen ſanften Einfluß über die Thaten der Menſchen nur in ge⸗ ringem Grade ausübend der Bau, welcher der Lehre des Friedens gewidmet war.

Durch das Periſtyl zogen Leibeigene und Schweineheerden unge⸗ hindert hin und her; im Atrium ſah man Männer der höhern Klaſſe, halb bewaffnet, einige mit Trinken, andere mit Würfeln, dieſe mit un⸗ geheuren Hunden, jene mit den Falken beſchäftigt, welche ernſt und feierlich auf ihren Stangen daſaßen.

Das Lararium war verlaſſen, das Gynäceum dagegen noch immer wie in der Römerzeit das Lieblingsgemach des weiblichen Hausperſo⸗ nals und trug auch noch denſelben Namen*. Mit einer dort verſam⸗ melten Gruppe werden wir jetzt zunächſt zu thun haben.

*Das Gemach, worin die angelſächſiſchen Frauen wohnten, hieß Gyne⸗ cium, Fosbrocke, II. Bd. S. 570.