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jedoch das Völkchen jenen Bereich des Schreckens hinter ſich hatte, war der Pſalm vergeſſen und der fröhliche Chor drang abermals laut, hell und ſilberrein durch die Morgenlüfte.
So gelangte man gegen Sonnenaufgang nach London, und Thü⸗ ren und Fenſter wurden gebührendermaßen mit Blumenguirlanden um⸗ wunden, jedes Dorf in der Umgebung hatte ſeinen Maibaum, der das ganze Jahr über ſtehen blieb. Jede Arbeit ruhte an dieſem glücklichen Tage; Ceorl und Theowe(Schiffer und Landmann) hielten ihren Feier⸗ tag, um zu tanzen und fich um den Maibaum herumzutummeln, und ſo geſchah es denn wirklich, wie das Lied es erzählt, daß Jugend, Frohſinn und Muſik am erſten Mai den Sommer hereinbrachten.
Noch am andern Tage konnte man deutlich erkennen, wo die fröh⸗ lichen Banden ſich herumgetrieben hatten; man konnte ihren Weg an den zerſtreuten Blumen und Blättern und an den tiefen Räderſpuren der Karren, welche die Maibäume heimführten,— dieſe waren oft mit zwanzig bis vierzig Ochſengeſpannen beſetzt— verfolgen und von je⸗ der Anhöhe ließen ſich weit über das ganze Land die zierlichen Mai⸗ bäume gewahren, womit der Raſen jedes Weilers gekrönt war— die Luft ſchien noch immer mit den Düften der Blumenguirlanden erfüllt.
Mit eben dieſem zweiten Maitage des Jahres 1052 will ich denn meine Geſchichte im Hauſe Hilda's, der berüchtigten Morth⸗wyrtha, er⸗ öffnen. Es ſtand auf einer ſanften, grünen Anhöhe und trotz der bar⸗ bariſchen Verſtümmlung, die es von barbariſchen Händen erlitten hatte, war immer noch genug davon übrig geblieben, um gegen die gewöhn⸗ lichen Wohnungen der Sachſen einen auffallenden Kontraſt zu bilden.
Noch immer waren die Ueberbleibſel römiſcher Kunſt ſehr zahl⸗ reich über England verbreitet, aber es geſchah nur ſelten, daß ſich der Sachſe ſeine Heimath unter den Villen dieſer früheren Eroberer er⸗ wählte. Unſere erſten Vorväter waren weit eher geneigt zu zerſtören, als ſich an Gegebenes anzupaſſen. Durch welchen Zufall dieſes Ge⸗
Päude eine Ausnahme von der allgemeinen Regel bildete, iſt jetzt un⸗
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