— den mönchiſchen Aberglauben— ankämpften und kontraſtir⸗ ten. Hilda exiſtirt nicht in der Geſchichte; aber ohne die roman⸗ tiſche Perſonifikation deſſen, was Hilda darſtellt, ließe ſich die Geſchichte jener Zeit nur unvollkommen verſtändlich machen. In Harolds Charakter habe ich zwar die oberflächlichen Beweiſe ſeiner unterſcheidenden noch jetzt unter uns erhaltenen Attribute ſorgfältig erwogen und geprüft, und trotz einer nicht unnatürlichen Partheilichkeit ſeine Mängel— was nämlich ich dafür halte— und nicht minder den großen Irrthum ſeines Lebens nicht verhehlt: gleichwohl gieng mein Hauptbeſtreben dahin, das Ideal jenes ächt ſächſiſchen Charakters in leichten Umriſſen hervorzuheben, wie ſich daſſelbe ſchon damals mit ſei⸗ nen großen unentwickelten Vorzügen, mit ſeiner ſchon in jener frühern Zeit ſich entfaltenden geduldigen Ausdauer, mit ſeiner
fühle mehr als dem ritterlichen Sinne für Ehre und jenem un⸗ zerſtörbaren Elemente praktiſchen Strebens und muthvollen Wollens, welches, ſtandhaft in allen Gefahren und jeder Ero⸗ berung Trotz bietend, ſo ungeheuren Einfluß auf das Geſchicke der Welt auszuüben beſtimmt war— hervortrat.
Gegen den normänniſchen Herzog glaube ich ſo mild ver⸗ fahren zu ſeyn, als es die Gerechtigkeit nur immer zuläßt, obwohl es ebenſo unmöglich iſt, ſeine Feinheit zu läugnen wie ſein Genie ihm abzuſtreiten, und ſo weit der Zweck meines Werkes geſtattete, hoffe ich, die großen Charakterzüge ſeiner Landsleute, welche weit ritterlicher waren als er ſelbſt, richtig


