Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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Anſichten jener Periode machte, bedarf vielleicht einer ausführ⸗

licheren Entſchuldigung. Jener Aberglaube iſt übrigens mit dem Zeitalter ſelbſt dermaßen verwoben er begegnet uns ſo vielfältig, ſey es nun bei unſern eigenen Chroniſten, oder in den Memoiren der verwandten Skandinavier er iſt mit den Geſetzen und dem ganzen Leben unſerer ſächſiſchen Vorväter ſo verwachſen, daß man dem Leſer nur dann einen lebendigen Ein⸗ druck von dem Volke, welches unter ihm lebte, beibringen kann, wenn man ihn faſt mit derſelben Leichtgläubigkeit, mit welcher er urſprünglich aufgefaßt wurde, in der Erzählung anwendet. Nicht ohne Wahrheit hat ein italieniſcher Schriftſteller bemerkt: wer ein unphiloſophiſches Zeitalter philoſophiſch beleuchten wollte, ſollte ſich erinnern, daß man, um mit Kindern vertraut zu werden, zuweilen in die Denk⸗ und Gefühlsweiſe eines Kin⸗ des eingehen muß.

Gleichwohl habe ich dieſe geſpenſtigen Helfershelfer nur ſehr ſelten zu den gewöhnlichen poetiſchen Zwecken des Schreckens verwendet, und wenn ſie gleichwohl jene Wirkung hervorbringen, ſo wird ſie, wie ich fürchte, eher dazu dienen, die eigentlichen hiſtoriſchen Quellen unſerer Theilnahme zu verſtärken, als dem Werke felbſt ein leitendes und populäres Charaktermerkmal mitzutheilen. Meine Abſicht bei Einführung der däniſchen Vala hat ebenſo viel mit der Vernunft, wie mit der Fantaſie zu ſchaffen, indem ich zeigte, welche weit verbreitete düſtere Ueber⸗ bleibſel der alten Heidenwelt ſich noch immer auf dem ſächſiſchen Boden behaupteten, und gegen ihren ſchließlichen Stellvertreter