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erlaubten— die Schilderung der Charaktere, wie die richtige chronologiſche Reihenfolge, ohne welche keine hiſtoriſche Philo⸗ ſophie, d. h. kein greifbares Band zwiſchen Urſache und Wir⸗ kung beſtehen kann— ſo genau wie nur immer möglich einge⸗ halten. Der erdichtete Theil meiner Erzählung beſchränkt ſich deßhalb, wie im„Rienzi“ und„dem letzten der Barone“ haupt⸗ ſächlich auf das Privatleben mit all ſeinen Unfällen und Leiden⸗ ſchaften, von dem nur wenig bekannt iſt, woran man alſo auch wenig fälſchen kann, ſofern man nur der menſchlichen Natur überhaupt getreu bleibt. Die Liebesgeſchichte zwiſchen Harold und Editha iſt anders gegeben als die wohlbekannte Legende ſie erzählt, welch' letztere eine minder reine Verbindung vorausſetzen läßt. Die ganze Legende über die Editha Pulchra, deren Name ohne weitere Bezeichnung als eben jenes Adjektiv, das ihre Schönheit andeutet, in dem großen Lehenbuche* vorkommt, gründet ſich jedoch, was ihre populäre Annahme betrifft, nur auf ſehr ſchwache Autoritäten, und an einem Werke, das nicht allein zur Lektüre überhaupt beſtimmt iſt, ſondern auch, wie ich hoffe. aus mancherlei Gründen der Jugend ohne Scheu anver⸗ traut werden dürfte, werden die Gründe für meine Aenderungen, welche mit dem Geiſte der Zeit im ſtrengſten Einklange ſtehen und eine der hervortretendſten Eigenthümlichkeiten derſelben be⸗ leuchten ſollen— hinlänglich gerechtfertigt erſcheinen.
Der öftere Gebrauch, den ich von den abergläubiſchen
* Verfaßt unter Wilhelm dem Eroberer, im engliſchen Jus als die Domesday⸗Rolle(die Liſte des jüngſten Tages) bekannt. D. Ueberſ.


