Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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Epoche ſeinen Anfang genommen*. Für uns Engländer ins⸗ beſondere beſteht neben dem engeren Intereſſe an jener Luſt zu Abenteuern, Unternehmungen und Verbeſſerungen, wofür die normänniſche Ritterſchaft das edelſte Vorbild abgab, noch jene tiefere und rührendere Theilnahme an dem letzten Aufglimmen der alten ſächſtſchen Monarchie, das ſich in den traurigen Blät⸗ tern unſerer Chroniſten vor unſern Augen eröffnet.

Ich habe in dieſem Werke weniger eine Porträtirung bloſer Sitten, welche den Geſchichtsfreunden ohnehin durch die neueren Nachforſchungen vertraut geworden, als eine Schilderung jener großen Charaktere verſucht, die in der langen unſichern Erin⸗ nerung der Jahrhunderte ſo ſorglos übergangen wurden; es war mir darum zu thun, die Beweggründe und die Politik der Theilnehmer an einem der merkwürdigſten europäiſchen Ereig⸗ niſſe deutlicher hervorzuheben und eine, wenn auch allgemeinere, ſo doch genauere Kenntniß jener Männer anzubahnen, welche in jenem Schattenreiche lebten und wirkten, das hinter der normän⸗ niſchen Eroberung begraben liegt.

Spes hominum caecas, morbos, votumque, labores, Et passim toto volitantes aethere curas.

(Hoffnungen, blinde des Menſchen, Krankheit, Gebete und Mühen

Und die beflügelten Sorgen, den ganzen Aether durchdringend.)

Auf dieſe Weiſe bin ich den leitenden hiſtoriſchen Ereig⸗ niſſen in der großen Tragödie unſeres Königs Harold treu ge⸗ blieben und habe ſoweit die widerſprechenden Zeugniſſe es

4* *Sismondi's Geſch. von Frankreich, IV. Bd., S. 484.

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