Teil eines Werkes 
73/77 (1848) Harold, der letzte Sachsenkönig : historischer Roman / von Edward Bulwer Lytton. Aus d. Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
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meiſt gar nicht vertraut ſind. Die normänniſche Eroberung war unſer trojaniſcher Krieg eine Epoche, über welche hinaus unſere Gelehrſamkeit nur ſelten die Fantaſie ſich verſteigen läßt.

Wollte ich mich auf ſo ganz neuen Boden wagen, ſo blieb mir nur die Wahl zwiſchen zwei Dingen: entweder den Schein der Pedanterie auf mich zu laden, indem ich dem Leſer Nach⸗ forſchungen vor Augen führe, welche ihn zugleich mit dem Verfaſſer gerades Weges in die eigentlichen Memoiren jener Zeit einweihen, oder alle Anſprüche auf Genauigkeit gänzlich bei Seite zu werfen und mich damit zu begnügen, ſtatt meine eigene Anſicht über die Verwendung der natürlichen Romantik aus der wirklichen Geſchichte zu verfolgen, dieſe letztere in einen offenkundigen Roman zu verwandeln. Endlich entſchloß ich mich, nicht ohne einige Ermuthigung von Deiner Seite,(wofür Dir Dein gebührender Antheil am Tadel werden möge!) den Verſuch zu wagen und jene Behandlungsweiſe anzunehmen, welche zwar von Seite des Leſers größere Aufmerkſamkeit in

Anſpruch nimmt, dafür aber auch für ſeine Beurtheilung um

ſo vollſtändiger erſchien.

Das Zeitalter ſelbſt zeigt ſich bei gehöriger Würdigung überreich an jenen Elementen, welche das Intereſſe des Leſers erwecken und ſeine Einbildungskraft anſprechen ſollten. Nicht mit Unrecht hat Sismondi geſagt, das eilfte Jahrundert hat ein Recht, als ein großes Zeitalter betrachtet zu werden. Es war eine Periode ſchöpferiſchen Lebens und alles, was das Mit⸗ telalter an Edelſinn, Kraft und Heroismus erzeugte, hat in dieſer