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ſehr ein, um einem Unbefangenen weitlaͤuftiger auseinandergeſetzt werden zu duͤrfen. Deſſen un⸗ geachtet iſt oben die ungemeine Lebendigkeit der Anſchauung, und die, dadurch bedingte Faͤhigkeit der eindringlichſten Darſtellung des rein Phanta⸗ ſtiſchen, eine Schranke von Hoffmanns produkti⸗ vem Talent genannt worden, und kein Grund, hier dieſen Ausſpruch zuruͤckzunehmen. Denn, weſſen Natur eben dahin neigt, das nicht Wirk⸗ liche als eriſtent zu ſehen, der verliert unvermerkt die Faͤhigkeit fuͤr die Auffaſſung des rein menſch⸗ lich Wahren; wer alſo Hoffmann als Dichter nicht der ſubjektiven(wie Herr W.) ſondern ber objek⸗ tiven Unwahrhaftigkeit beſchuldiget, der thut ihm nicht Unrecht. Denn, wo er nicht Charaktere mit dem geiſtigen Phpſionotrace abzeichnete, wie ſei⸗ nen Onkel, den Juſtitiarius, im Majorat, da ſpie⸗ len ſie in das Gebiet des Frazzenhaften hinuͤber, je nachdem ſich ihr Bild auf ſeiner Netzhaut ge⸗
ſpiegelt. Dabei dient zu ſeiner Entſchuldigung
als Dichter, ſo wie zur Anklage gegen ihn als Menſchen, daß er eine große Zeit ſeines Lebens hindurch, aus Wahl, nur mit menſchlichen Zerr⸗ bildern in naͤhrere Beruͤhrung gekommen. Denn der unverfaͤlſchte Geſchmack des natuͤrlichen Men⸗ ſchen, um es ſo auszudruͤcken, zog ihn nicht an,
wenn er nicht durch ein ſtarkes Gewuͤrz fuͤr ihn


