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ihm, das Geſpraͤch auf das Chineſiſche gekommen. Hoffmann hatte nicht den mindeſten Begriff, we⸗ der von den Schriftzeichen, noch von dem Klange der Sprache, und der Freund forderte ihn darum auf, ihn einmal zu dem, in England und Deutſch⸗ land vielgekannten, wackern Gelehrten Antonio Montucci, mit welchem er in literariſchem Verkehr ſtand, zu begleiten. Der kleine, behende, uͤberaus bewegliche Italiener fuͤgte ſich willig in das Verlangen, die erſten Begriffe des Chineſi⸗ ſchen zu erlaͤutern, und ſtieg, dadurch veranlaßt, mit freundlicher Raſchheit, eine, in ſeinem Stu⸗ dierzimmer ſtehende Leiter mehrere Male auf und nieder, um Buͤcher, welche nahe an der Decke ſtan⸗ den, von dem Schranke herunterzuholen, demon⸗ ſtrirte daraus den Freunden vor, und ſchloß am Ende, weil Hoffmann das Chineſiſche Hauptſaͤch⸗ lich zu hoͤren wuͤnſchte, mit der Vorleſung eines chineſiſchen Gedichts, unter ſcharfer Betonung der Sylben ing, ang, ong, wie ſie in dieſer Sprache haͤufig vorkommen.
Wer nicht eben ein Hoffmann, wuͤrde nun in dieſer Scene nichts Auſſerordentliches gefunden haben; auf ihn hatte ſie einen nicht zu beſchrei⸗ benden Eindruck gemacht. Kaum vor die Thuͤre gelangt, erzaͤhlte er ſeinem Begleiter, daß der kleine Mann auf der Buͤcherleiter ihm wie ein
Hoffmann's erzaͤhl. Schriften. XVIII. B d, 5 a
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