144 chen Rochlitz.„Da ſchon, als ich Hoffmann ken⸗ nen lernre,“— ſagte er,—„ſeine brennend um⸗ herflackernde Phantaſie alles in ihr Gebiet rieß, Alles ſogar, was ihm ſelbſt ſo eben begegnet, oder von ihm gethan war; da ſich ihm mithin, gewiß ohne ſein Wiſſen und Wollen, Alles phantaſtiſch um⸗ und ausbildete; ſo war er wirklich, wenigſtens uͤber Momente, die eine an⸗ ziehende Schilderung, eine ſchlagende Anekdote, eine feine Bemerkung, ein ſtechendes Witzwort abgaben, zwar ſtets die friſcheſte, aber nicht ſtets die lauterſte Quelle, und irgend ein anderer, der es miterlebt, oder ſich gewoͤhnt hatte, bei Hoff⸗ manns eigenen Berichten— daß ich ſo ſage— die nackte Zeichnung in dem ausgefuͤhrten, hoch⸗ colorirten Gemaͤlde feſtzuhalten, kann wirklich eher dafuͤr gelten.— Das iſt Wahrheit der Beobach⸗ tung! Und wie der Menſch Hoffmann, ſo auch der Dichter. Mit unnachahmlicher Darſtellungs⸗ gabe konnte er das Ding ſchildern, das nicht iſt, wie kindliche Wilden die unſchuldige Luͤge nen⸗ nen, aber nicht, um mit dem Hoͤrer oder Leſer einen haͤmiſchen Spaß zu treiben, wie Herr W. glauben machen will, ſondern, weil er Alles eben anders ſah, wie Andere. Ein Beiſpiel von Tau⸗ ſenden moͤge dies erlaͤutern. Kurz, ehe er Klein Zaches ſchrieb, was zwiſchen dem Herausgeber und
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