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Unter Poeſie verſtehe ich die Sehnſucht des
Menſchen nach und von Jenſeits, bewußt oder un⸗ bewußt.
1 Hoffmann war eine treue, redliche, liebende
Seele; unwiderleglich zeigt ſich das von dem Briefe an:
Wer grüor ſich nicht ſelbſt ſein Grab, Wenn holder Wahn nicht waͤre?
durch alle weiteren an ſeinen Freund Hippel.
In Hoffmann's Büchern kann man das nicht ſe⸗ hen, denn das Lyriſche darin erſcheint Jean⸗Pau⸗ liſch herausgekniffen.
Wie weit nun dieſe Seele voll Liebe und Treue verwüſtet war, läßt ſich wohl erkennen;— wie viel ſelbſt daran verſchuldet, ſteht dem Urtheil Gottes anheim!— untergegangen war ſie nicht, das zeigt der Nachlaß, worin es heißt:
Du gleichſt einem ſchönen Inſtrumenke, deſſen.
Saiten abgeſpannt find. In dieſen abgeſpann⸗ ten Saiten liegt eine Fluth entzückender Har⸗ monieen, die ſie aber nur dann angeben, wenn ein äußeres Motiv ihre Drehwirbel her⸗ umſchiebt und ſie anſpannt.
So ſprach der Jüngling von 20 Jahren. Erkannte
er damals nicht, und niemals das große Motiv,
was uns alleſammt tragen, halten und ſpannen muß 12


