Teil eines Werkes 
6. Bdchen (1831)
Entstehung
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im hoͤchſten Grade ſittlich, wo moͤglich religioͤs. Es braucht darum keine ſogenannte moraliſche Tendenz zu haben. Ja, es ſoll nicht einmal. Das wahrhaft Schoͤne iſt ſelbſt das Moraliſche, nur in andrer Form. Vermiſchung der Formen aber wuͤrde jedesmal Fehler ſeyn. Jetzt ſind wir ſo weit gekommen, daß wir uns beinahe fuͤrch⸗ ten, von Gott, Chriſtenthum, in unſeren Kunſt⸗ produkten nur etwas zu erwaͤhnen. Das ſey Gott geklagt. Die Gegenparthei ſuͤndiget durch Nebelei und Myſtik. Auch das iſt nicht gut. Die Kunſt iſt ewig klar. Die Nebel der Unwiſſenheit ſind ihr ſo feindlich als die lebenzerſtoͤrende Stickluft der Immoralitaͤt. Kunſt iſt die Bluͤthe der menſch⸗ lichen Kraft. Herz und Verſtand erzeugen ſie als gemeinſchaftliche Aeltern. Die Frucht des Einen allein iſt immer ein Windei, das nie zum gedeih⸗ lichen Leben gelangt! Doch davon ein andermal. Ich kehre zuruͤck. Ich zweifle, ob Sie es hier zur Auffuͤhrung bringen werden; doch kann ich irren, und wuͤnſche ſogar mich zu irren, um Ih⸗ rer und des wackern Dichters willen. Vielleicht ließe der Dichter ſich bewegen, mit weniger Abaͤn⸗ derung, das Ganze zu einem reinen Oratorium zu machen. Es eignet ſich ganz dazu, und koͤnnte ſogar unveraͤndert bleiben, wenn nicht einzelne Beziehungen auf Scenerie im Gedicht ſelbſt vor⸗ kaͤmen. Auch wuͤrden hie und da einige Schilde⸗

Hoffmann's erzaͤhl. Schriften. XVIII. Bd. 4a