5 wohlthätigen Natureinfluß erblicken, welcher auf den reinen Sinn ſo wirkte, daß dieſer im inneru die Wnnder verarbeitet, und ſie verherrlicht und ver⸗ größert wieder von ſich giebt.
Was den Kindern die Mährchen zu Nichtmähr⸗ chen macht, widerſteht auch oft den Erwachſenen in ſeinen größern Erzählungen, und dürfte leider
auch Hoffmanns Dichtungen den claſſiſchen Charak⸗
ter, d. h. die Ueberlieferung auf die Nachwelt, ſtrei⸗ tig machen. Wir erkennen zwar den Coutraſt als ein Salz der Poeſie, und ſogar als ein Element der romantiſchen an, wir können auch nicht die ſchrof⸗ fen Uebergänge tadeln, denn Schmerz und Scherz reimt ſich, wie in der Sprache ſo im Leben*) und vor das ernſteſte Gemüth tritt vielleicht im Augen⸗ blick tiefen Nachdenkens irgend ein gaukelndes Phan⸗ taſiebild, weil der Menſch immer Menſch bleibt, dies aber rechtfertigt nicht den grellen Contraſt, welchen Hoffmann vorzugsweiſe liebt, und auf den er mei⸗
ſtentheils den komiſchen Effekt ſeiner Scenen baut.
Abgerechnet davon, daß wir durch ihn ſelbſt ſchon an dieſen Wechſel gewohnt ſind, und er uns daher nicht mehr überraſchen kann, ſo wird er uns oft auch deshalb widrig, weil durch ſeine Art des grel⸗ len Herausreiſſens aus der Wirklichkeit vor unſern
*) Wie ganz beſonders in Hoffmann's, dazu ent⸗ haͤlt dies Buch mannigfache Belaͤge. A. d. H.


