— 45 bemerke ich, daß hier nicht von einer ausführli⸗ chen Kritik der Werke Hoffmann's, welche andern Orten muß vorbehalten bleiden, ſondern nur vom Verſuch einer Darſtellung und Entwickelung des Geiſtes, welche ſich in denſelben ausſpricht, die Rede ſeyn kann.
Es iſt wohl die erſte Pflicht, unſere Betrübniß über Hoffmann's frühes Hinſcheiden auszuſprechen. Verſchiedene Leute bedauerten einſt Kotzebue's Tod
aus keinem andern Grunde, als weil er noch recht viel nnterhaltende Komödien hätte verfertigen kön⸗
nen! Bei unſerer Trauer ſtellen wir uns nicht auf dieſen Standpunkt, obgleich Hoffmann, noch bei weitem reicher, als jener, der Erzählungen und
Romane, ohne in Gefahr zu gerathen, daß er nur
Altes zum Vorſchein bringe, recht viel und unter⸗ haltende hätte dichten können. Kotzebue würde, ſo viele Neuigkeiten auch ſeine unerſchöpf⸗
liche productive Kraft noch liefern konnte, doch
nichts Neues hervorgebracht haben.— Wir bedauern mit tiefem Schmerz Hoffmann's frühen Tod, weil er mitten auf ſeiner Bahn geſtorben iſt. Hoffmann war im Fortſchreiten, und, wenn auch augenblicklich ſeine herrliche Kraft zerſplittert, und zu Production werthloſer Spielereien vergeudet ſchien,— ſo beſaß er doch noch wirklich die Kraft, und hätte unter andern Umſtänden, vielleicht an⸗
geregt durch irgend ein erſchütterndes Ereigniß,


