Teil eines Werkes 
6. Bdchen (1831)
Entstehung
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dern auf die Würdigung eines bedeutenden Mannes abgeſehen iſt, muß jene Regel dem Geſetze, wie überall vor dem Richterſtuhle die Regel der Billig⸗ keit dem rechtlichen Geſetze, weichen. Ja, es würde ſogar eine Ungerechtigkeit gegen den Verewigten ſeyn, wenn wir, von der mildern Anſicht ausgehend, nur das Gute lobten, und das Verwerfliche über⸗ gingen. Bei unbedeutendern Geiſtern mag dies das rechte Verfahren ſeyn; wer aber, wie Hoff⸗ mann, mit Adlerfittigen aufwärts flog, kann eine ernſtere Betrachtung und ſtrengere Würdigung ver⸗ langen, da, je höher er ſtieg, um ſo mehr Augen ſeinen Flug verfolgen mußten. Der geniale Geiſt lebt mehr in ſeinen Entwürfen, als in der Aus⸗ führung derſelben; ſomit iſt es ihm auch lieber, wenn

man den Werth jener anerkennt, und den Erfolg

tadelt, als wenn man jenes ganze Streben verwirft, und dagegen das einzelne Gute in der Ausfüh⸗ rung, gleichſam als Beſchönigung der Verwirrung in der Idee, lobpreiſet. Wie aber ein Genius im Leben wünſcht betrachtet zu werden, ſo muß es auch nach ſeinem irdiſchen Hinſcheiden geſchehen, denn

der Genius lebt immer, und wenn man hier Rück⸗

ſichten nehmen will, iſt der Genius nicht mehr

Genius. So alſo möge der verewigte Hoffmann ſeinen Freunden vergeben, wenn in ſeinem Ehren⸗ gedächtniß vielleicht der Quantität nach die ta⸗ delnde Kritik die lobpreiſende überwiegt. Noch