34 gegangen, habe er Folgendes mit angeſehen. Ein al⸗ lerliebſtes kleines Mädchen aus der unterſten Volks⸗ klaſſe, wäre vor die Bude einer Höckerin getreten, und habe von dem Obſte, das jene feil bot, et⸗ was verlangt. Mit rauher Stimme habe das Weib ſie angefahren, ſie ſolle ihr zeigen, wie viel Geld ſie daran wenden könne, und, als das Kind nun mit der freudigſten Unſchuld, ſeinen Dreier hervorge⸗ holt, ſey es ihm mit den Worten zurückgeſtoßen wor⸗ den: daß es dafür nichts gäbe. Zum Tode betrübt wäre die Kleine abgezogen. Da,— ſo fuhr Hoff⸗ mann fort,— nährte ich mich dem alten Weibe, die wohl bemerkt, daß ich Zeuge der ganzen Scene geweſen, und ſteckte ihr ein Viergroſchenſtück in die Hand. Eilends rief ſie nun das Kind zurück, und füllte die kleine Schürze mit den allerſchönſten Pflau⸗ men. Sie können ihn ſich wohl ausmahlen, dieſen Wechſel der höchſten Betrübniß und der unausſprech⸗ lichſten Freude. Bis ſo weit ſieh't die Geſchichte Jedermann ähnlich, der, mit wohlwollendem Her⸗ zen, eine Liebesgabe gereicht hat. Aber nun,— erzählte er weiter, und das war der ganze Hoff⸗ mann,— hat mich auf dem Wege zu Ihnen der Gedaake ſchon zermartert, und ich kann ihn nicht los werden, daß das Kind ſich an den Pflaumen die Ruhr an den Hals eſſen, und ſo die Luſt, die ich
ihm bereitet, die Urſache ſeines Todes werden wird.
Was dieſe Beſorgniß veranlaßte, war nichts an⸗


