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Verfaſſer nothwendiger Weiſe die Partitur ſelbſt hat vor Augen haben müſſen.
Schon die Ouverture, von der man vorausſez⸗ zen könnte, daß ſie in beiden Klavierauszügen gleich wäre, wenn der eine auch nur einigermaßen als ein Nachdruck des andern ſollte betrachtet werden kön⸗ nen, zeigt eine durchaus verſchiedene Behandlungs⸗ art; die Weberſche Art, Klavierauszüge zu machen, hat nehmlich Etwas ganz Eigenthümliches und Ge⸗ niales, wogegen der Wiener Auszug ganz nach dem gewöhnlichen Schlendrian gearbeitet iſt.
Was die Oper ſelbſt betrifft, ſo könnte die Be— zeichnung auf dem Titel:„Vollſtändige Ausgabe, mit „Hinweglaſſung der Worte,“ einen, der nicht Sach⸗ kenner iſt, vielleicht verleiten, anzunehmen, daß auch ſämmtliche Singſtimmen geliefert, und nur einzig und allein die Worte weggelaſſen wären,— und dies würde freilich ein Nachdruck ſeyn; indeſſen ein ſolcher möchte wohl keine Käufer finden, indem er unr ein ſehr mageres Vergnügen gewähren würde. — Der gegenwärtige Wiener Klavierauszug hat aber nicht allein eine ganz andere Tendenz, als der Schleſingerſche, ſondern iſt auch nach ganz andern Grundſätzen gearbeitet. Seine Beſtimmung iſt nehmlich, von Muſikliebhabern, die keine Simme haben, am Inſtrumente geſpielt zu werden, wobei ſie nicht die Melodien zu ſingen brauchen, ſondern ſte auf dem Klavier hören. Um dieſen Zweck zu
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