nachgedruckt würde, daß ſie identiſch mit dem Ori⸗
ginal erſchiene; wo eig'ne Geiſtesthätigkeit des Be⸗ arbeiters eintritt, kann von Nachdruck oder Nach⸗ ſtich nicht mehr die Rede ſeyn. Ein Beiſpiel aus der bildenden Kunſt wird dies näher erläutern. Wenn ein Kunſtverleger ein Bild in Kupfer ſtechen läßt, und ein andrer gleichzeitig einen Kup⸗
ferſtich nach dem gleichen Original herausgibt, bei⸗
den Stichen aber verſchiedne Zeichnungen zum Grun⸗ de liegen, ſo kann der zweite zwar den erſten durch ſeine Unternehmung in Schaden ſetzen; nicht aber kann man von ihm ſagen, daß er deſſen Rechte durch einen Nachſtich gekränkt habe. Ganz an⸗ ders verhält es ſich dagegen in dem Falle, wo der Stich von dem zweiten Berleger nach einer Zeich⸗ nung bewirkt wird, die etwa durch einen Abdruck, oder mittelſt Durchzeichnens der erſten, entnom⸗ men iſt.„
Hier kam es nicht darauf an, daß der zweite
Zeichner ſelbſt von ſeiner Kunſt Gebrauch machte, ſondern bloß durch mechaniſche Auſtrengung er⸗ zeugte er die Copie des Originals.
Dies, auf die in Rede ſtehende Frage angewandt, ergiebt es ſich ſchon bei dem erſten Anblick des Wie⸗ ner, ſogenannten Klavier⸗Auszuges, daß derſelbe nichts weniger als ein Nachdruck des Schleſinger⸗ ſchen iſt, ja daß Letzterer, Erſterem nicht einmal hat zum Grunde gelegt werden können, ſondern daß der


