Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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du mir die Hoffnung ſelbſt! Sey gegruͤßt, du Hoffnung; ſtroͤme uͤber in ſehnſuͤchtiger Luſt, blu⸗ tendes Herz!.

Ploͤtzlich ſchwaͤcher werdend, lispelte er kaum hoͤrbar:Das iſt der Tod, und ſank auf die Ra⸗ ſenbank, von der er ſich zur ſitzenden Stellung kraͤftig erhoben, wieder zuruͤck. Der junge Ge⸗ hulfe des Doktors floͤßte ihm etwas Aether ein, und waͤhrend Fraͤulein Wilhelmine auf's Neue ſang:

In der gruͤnen Farbe glaͤnzen ꝛc.

ſchlug der Alte die Augen auf, und ſchaute nun mit beſtimmtem Blick in der Gegend umher. Ha, ſprach er dann mit ungewiſſer Stimme,in diidht⸗ dieſer Traum neckt mich auf beſondere Weiſe. 3

Es lag etwas von bitterm Hohn in den Wor⸗ ten des Alten, der, nach dem, was vorausgegan⸗ gen, um ſo entſetzlicher erſchien. Tief ergriffen, ſtürzte Fraͤulein Wilhelmine bei der Raſenbank nieder, faßte beide Haͤnde des Alten, benetzte ſie mit Thraͤnen, und rief mit der ſchmerzlichſten Vehmuth:O! mein theuerſter, beſter Onkel, nicht jetzt neckt Sie ein Traum, nein, ein boͤſes boͤſes Geſpenſt, hielt Sie in entſetzlichen Traͤu⸗ men, wie in ſchweren Ketten gefangen. O! Him⸗ melsfreude, die Ketten ſind geſprengt Sie ha⸗ den, beſter, theuerſter Vater, Ihre Freiheit wie⸗ der; o! glauben, glauben Sie daran, das heitere, rege Leben lacht Sie an, mit aller ſuͤßen Hoffnung, im ſchönſten Schmelz des Gruͤns! Gruͤn! rief der Alte mit droͤhnender Stimme, indem er ſtarrer um ſich ſchaute. Nach und nach ſchien er die Gegenſtaͤnde beſtimmter zu unter⸗

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