Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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platz ihrer Luſte hielten, habe ihnen zur Strafe das Gruͤn genommen. In ewige ſchwarze Nacht ſey nun der ſanfte Schmuck des Fruͤhlings, die ſehnſuͤchtige Hoffnung der Liebe, das Vertrauen der wunden Bruſt, wenn der junge Sonnengott die zarten Keime aus ihren Wiegen lockt, daß ſie als froͤhliche Kinder emporſproſſen und gruͤnen gruͤne Buͤſche und Baͤume werden, im Fluͤſtern und Rauſchen die Liebe der Mutter, die ſie ſelbſt an ihrer Bruſt naͤhrt und pflegt, mit ſuͤßer Stimme preiſend. 3

Dahin iſt das Gruͤn, dahin die Hoffnung, da⸗ hin alle Seligkeit der Erde; denn verſchmachtend, weinend verſchwimmt das Blau, das Alles mit liebenden Armen umſchloß. Alle Mittel, dieſer Idee zu widerſtehen, blieben vergebens, und Du kannſt denken, daß der Alte der troſtloſen, verderb⸗ lichen Hypochondrie, welche natuͤrlicher Weiſe dieſe Idee mit ſich bringt, zu erliegen drohte. Ich ge⸗ rieth auf den Gedanken, auf ganz eigene Weiſe, zur Heilung des Wahnſinnigen, den Magnetismus anzuwenden.

Fraͤulein Wilhelmine iſt des Alten Herzblatt, und ihr allein gelang es, in ſchlafloſen Naͤchten dadurch einigen Troſt in ſeine Seele zu bringen, daß ſie, wenn er im halben Schlummer lag, leiſe leiſe, von gruͤnen Baͤumen und Büſchen ſprach, und auch wohl ſang. Es waren vorzuͤglich jene

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