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ſchönen Worte Calderon's, womit, in der Blume und Schaͤrpe, Liſida das Gruͤn preist, und welche ein kunſtfertiger, fein empfindender Freund in Muſik geſetzt hat. Du kennſt das Lied:
In der gruͤnen Farbe glaͤnzen,
Iſt die erſte Wahl der Welt,
Und was lieblich dar ſich ſtellt!— Gruͤn iſt ja die Tracht des Lenzen, Und man ſieht, um ihn zu kraͤnzen, Keimend aus der Erde Gruͤften, Ohne Stimmen, doch in Duͤften Athmend, in den gruͤnen Wiegen Buntgefaͤrbte Blumen liegen, Welche Sterne ſind den Luͤften.
„Die Methode, das dem Schlafe vorhergehende Delirium, das ſchon an und fuͤr ſich ſelbſt dem magnetiſchen Halbſchlafe ſehr nahe verwandt, dazu anzuwenden, in die Seele des beunruhigten Kran⸗ ken beſchwichtigende Ideen zu bringen, iſt nicht neu. Irr' ich nicht, ſo bediente ſich ſchon Puyſegur ihrer. Du wirſt aber nun gleich ſehen, von wel⸗ chem Hauptſchlag meiner Kunſt ich die voͤllige Ge⸗ neſung des Alten zu erlangen hoffe.«—
Der Doktor ſtand auf, ſchritt auf Fraͤulein Wil⸗ helmine zu, und ſprach ein Paar Worte. Dann folgte ich dem Doktor, und ſchwer mußte es mir in der That nicht fallen, mich mit der ſeltſamen Ungewoͤhnlichkeit des Auftrittes daruͤber zu ent⸗


