Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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fataler Volkswitz tief beſchämt hat. Ich gehe vor's Brandenburger Thor, und werde von Charlotten⸗ burger Fuhrleuten verfolgt, die mich zum Aufſitzen einladen; einer von ihnen, ein höchſtens ſechszehn, ſiebzehnjähriger Junge, trieb die Unverſchämtheit ſo weit, daß er mich mit ſeiner ſchmutzigen Fauſt beim Arm packte.Will er mich wohl nicht an⸗ faſſen! fahre ich ihn zornig an.Nun, Herr, erwiederte der Junge ganz gelaſſen, indem er mich mit ſeinen ſtieren Augen anglotzte,nun, Herr, warum ſoll ich Ihnen den nicht anfaſſen; ſind Sie vielleicht nicht ehrlich?

Der Vetter. Hahal! dieſer Witz iſt wirk⸗ lich einer, aber recht aus der ſtinkenden Grube der tiefſten Depravation geſtiegen. Die Witzwörter der Berliner Obſtweiber u. a. waren ſonſt weltbe⸗ rühmt, und man that ihnen ſogar die Ehre an, ſie Shakespeariſch zu nennen, unerachtet bei näherer Beleuchtung, ihre Energie und Originalität nur vorzüglich in der ſchamloſen Frechheit beſtand, wo⸗ mit ſie den niederträchtigſten Schmutz als pikante Schüſſel auftiſchten. Sonſt war der Markt der Tummelplatz des Zanks, der Prügeleien, des Be⸗ trugs, des Diebſtahls, und keine honette Frau durfte es wagen, ihren Einkauf ſelbſt beſorgen zu wollen, ohne ſich der größten Unbill auszuſetzen. Denn nicht allein, daß das Höckervolk gegen ſich ſelbſt und alle Welt zu Felde zog, ſo gingen noch