Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
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Menſchen ausdrücklich darauf aus, Unruhe zu erregen, um dabei im Trüben zu fiſchen, wie z. B. das aus allen Ecken und Enden der Welt zuſammengeworbene Geſindel, welches damals in den Regimenten ſteckte. Sieh, lieber Vetter, wie jetzt dagegen der Markt das anmuthige Bild der Wohlbehaglichkeit und des ſittlichen Friedens darbietet. Ich weiß, enthuſia⸗ ſtiſche Rigoriſten, hyperpatriotiſche Aszetiker eifern grimmig gegen dieſen vermehrten aͤußern Anſtand des Volks, indem ſie meinen, daß mit dieſer Ab⸗ geſchliffenheit der Sitte auch das Volksthümliche abgeſchliffen werde und verloren gehe. Ich meines Theils bin der feſten, innigſten Ueberzeugung, daß ein Volk, das ſowohl den Einheimiſchen, als den Fremden, nicht mit Grobheit oder höhniſcher Ver⸗ achtung, ſondern mit höflicher Sitte behandelt, da⸗ durch unmöglich ſeinen Karakter einbüßen kann. Mit einem ſehr auffallenden Beiſpiel, welches die Wahrheit meiner Behauptung darthut, würde ich bei jenen Rigoriſten gar übel wegkommen.

Immer mehr hatte ſich das Gedränge vermin⸗ dert; immer leerer und leerer war der Markt wor⸗ den. Die Gemüſeverkäuferinnen packten ihre Körbe zum Theil auf herbeigekommene Wagen, zum Theil ſchleppten ſie ſie ſelbſt fort die Mehlwagen fuh⸗ ren ab die Gärtnerinnen ſchafften den übrig ge⸗