4 81 Aber die Art und Weiſe, wie dieſes gereicht wird, hierin liegt Alles. Schau einmal, lieber Vetter, eine Zeitlang hin, und ſag' mir, was du gewahr'ſt.
Ich. Eben kommen drei, vier, fuͤnf ſtattliche derbe Hausmaͤgde; die mit, zum Theil ſchwer ins Gewicht fallenden Waaren, uͤbermaͤßig vollgepack⸗ ten Körbe, ſchneiden ihnen beinahe die nervigten blau aufgelaufenen Arme wund; ſie haben Urſache zu eilen, um ihre Laſt los zu werden, und doch weilt jede einen Augenblick, greift ſchnell in den Marktkorb, und druͤckt dem Blinden ein Stuͤck Geld, ohne ihn einmal anzuſehen, in die Hand. Die Ausgabe ſteht als nothwendig und unerlaͤß⸗ lich auf dem Etat des Markttages. Das iſt Recht! Da kommt eine Frau, deren Anzuge, deren gan⸗ zes Weſen man die Behaglichkeit und Wohlhaben⸗ heit deutlich anmerkt,— ſie bleibt vor dem In⸗ validen ſtehen, zieht ein Beutelchen hervor, und ſucht und ſucht, und kein Stuͤck Geld ſcheint ihr klein genng zum Akt der Wohlthaͤtigkeit, den ſie zu vollfuͤhren gedenkt,— ſie ruft ihre Koͤchin zu, — es findet ſich, daß auch dieſer die kleine Muͤnze ausgegangen,— ſie muß erſt bei den Gemuͤſewei⸗ bern wechſeln,— endlich iſt der zu verſchenkende Dreier herbeigeſchafft,— nun klopfte ſie den Blin⸗ den auf der Hand, damit er ja merke, daß er et⸗ was empfangen werde,— er oͤffnet den Handtel⸗ ler,— die wohlthaͤtige Dame drückt ihm das


