71 Agilitaͤt des Weibes, das mit einem langen hoͤl⸗ zernen Loͤffel bewaffnet, erſt die großen Verkaͤufe zu viertel, halben und ganzen Pfunden beſeitigt, und dann den gierigen Naͤſchern, die ihre Papier⸗ chen, mitunter auch wohl ihre Pelzmuͤtze hinhal⸗ ten, mir Blitzesſchnelle das gewuͤnſchte Dreier⸗ kleckschen zuwirft, welches ſie ſogleich als ſtattli— chen Morgenimbiß wohlgefaͤllig verzehren— Caviar des Volks! Bei dem geſchickten Vertheilen des Pflaumenmußes, mittelſt des geſchwenkten Loͤffels, faͤllt mir ein, daß ich einmal in meiner Kindheit hörte, es ſey auf einer reichen Bauernhochzeit ſo ſplendid hergegangen, daß der delicate, mit einer dicken Kruſte von Zimmt, Zucker und Nelken uͤber⸗ häutete Reisbrei, mittelſt eines Dreſchflegels, vei⸗ theilt worden. Jeder der werthen Gaͤſte durfte nur ganz gemuͤthlich das Maul aufſperren, um die gehörige Portion zu bekommen, und es ging auf dieſe Weiſe recht zu, wie im Schlaraffenland. Doch, Vetter, haſt du den Mann ins Auge ge⸗ faßt?
Ich. Allerdings!— Wes Geiſteskind iſt die tolle abenteuerliche Figur? Ein wenigſtens ſechs Fuß hoher, windduͤrrer Mann, der noch dazu ker⸗ zengerade mit eingebogenem Ruͤcken da ſteht! Un⸗ ter dem kleinen dreieckigen, zuſammengequetſchten Huͤtchen ſtarrt hinten die Kokarde eines Haarbeu⸗ kels hervor, der ſich dann in voller Vreite dem


