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Engelskind, die allerliebſte Geheimenraths⸗Tochter von Neuem aufgeſchoſſen iſt.
Der Vetter. Nach den Blumen dort ſchau ich nicht gerne hin, lieber Vetter; es hat damit eine eigene Bewandtniß. Die Verkäuferin, wel⸗ che der Regel nach den ſchönſten Blumenflor aus⸗ geſuchter Nelken, Roſen und anderer ſeltener Ge⸗ wächſe hält, iſt ein ganz hübſches, artiges Mäd⸗ chen, ſtrebend nach höherer Kultur des Geiſtes; denn, ſo wie ſie der Handel nicht beſchäftigt, lieſ't ſie ämſig in Büchern, deren Uniform zeigt, daß ſie zur großen Kralowski'ſchen äſthetiſchen Hauptarmee gehören, welche bis in die entfern⸗ teſten Winkel der Reſidenz ſiegend das Licht der Geiſtesbildung verbreitet. Ein leſendes Blumen⸗ mädchen iſt für einen belletriſtiſchen Schriftſtel⸗ ler ein unwiderſtehlicher Anblick. So kam es, daß, als vor langer Zeit mich der Weg bei den Blumen vorbeiführte,— auch an andern Tagen ſtehen die Blumen zum Verkauf,— ich das leſende Blumen⸗ mädchen gewahrend, überraſcht ſtehen blieb. Sie ſaß, wie in einer dichten Laube von blühenden Ge⸗ ranien, und hatte das Buch aufgeſchlagen auf dem Schooße, den Kopf in die Hand geſtützt. Der Held mußte gerade in augenſcheinlicher Gefahr oder ſonſt
ein wichtiger Moment der Handlung eingetreten
ſeyn; denn höher glühten des Mädchens Wangen, ihre Lippen bebten, ſie ſchien ihrer Umgebung


