Teil eines Werkes 
5. Bdchen (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

64

wählt und wählt, feilſcht und feilſcht, ſpricht, ge⸗ ſtikuliert, alles mit einem lebendigen Weſen, das beinahe bis zur Spannung geht; mir iſt aber, als wolle ſie noch etwas Anderes, als eben Hausbedürf⸗ niſſe, einkaufen.

Der Better. Bravo, bravo, Vetter! dein Blick ſchärft ſich, wie ich merke. Sieh nur, mein Liebſter, trotz der modeſten Kleidung hätten dir, die Leichtfüßigkeit des ganzen Weſens abgerech⸗ net, ſchon die weißſeidenen Schuhe auf dem Markt verrathen müſſen, daß die kleine Mamſell dem Ballet, oder überhaupt dem Theater, ange⸗ hört. Was ſie ſonſt noch will, dürfte ſich vielleicht bald entwickeln ha, getroffen! Schau doch, lie⸗ ber Vetter, ein wenig rechts die Straße hinauf,

und ſage mir, wen du auf dem Bürgerſteig, vor

dem Hotel, wo es ziemlich einſam iſt, erblickſt? Ich. Ich erblicke einen großen, ſchlank gewach⸗ ſenen Jüngling, im gelben kurzgeſchnittenen Flauſch mit ſchwarzem Kragen und Stahlknöpfen. Er trägt ein kleines, rothes, ſilbergeſticktes Mützchen, unter

dem ſchöne ſchwarze Locken, beinahe zu üppig, her⸗

vorquellen. Den Ausdruck des blaſſen, männlich ſchön geformten Gefichts, erhöht nicht wenig das kleine ſchwarze Stutzbärtchen auf der Oberlippe.

Er hat eine Mappe unter dem Arm, unbedenk⸗

lich ein Student, der im Begriff ſtand, ein Col⸗ legium zu beſuchen; aber feſt eingewurzelt ſteht